Allgemeines

Bachelor- und Masterstufe

Auf Bachelor- und Masterstufe bietet unser Seminar Studienprogramme in Griechisch, Latein und Mittellatein an. Seit dem Herbstsemester 2019 wird an der ganzen Philosophischen Fakultät in der Regel ein Major und ein Minor studiert. Griechisch und Latein werden im Bachelor und im Master je in beiden Formaten angeboten, wobei der Major zum ersten und der Minor zum zweiten Unterrichtsfach im Lehrdiplom führen kann. Mittellatein wird als komplementärer Minor im Master angeboten. Ein solcher Minor setzt keinen Bachelorabschluss im Fach voraus. Daneben gibt es auf der Masterstufe auch Mono-Programme, zum Beispiel in den von uns federführend verantworteten Altertumswissenschaften. 

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über das Angebot an Bachelor- und Master-Studienprogrammen, die von unserem Seminar betreut werden:

Stufe Minor Major Mono
Bachelor Griechische Philologie
Lateinische Philologie
Altertumswissenschaften
Griechische Philologie
Lateinische Philologie
Master Griechische Philologie
Lateinische Philologie
Mittellateinische Philologie (komplementär1)
Altertumswissenschaften (komplementär1)
Griechische Philologie
Lateinische Philologie​​​​​​​
Altertums­wissen­schaften

1 Ein komplementäres Masterprogramm setzt keinen Bachelor-Abschluss im gleichen Programm voraus.

Doktorat und Postdoktorat (Habilitation)

An unserem Seminar kann ein allgemeines Doktorat in Griechischer Philologie, Lateinischer Philologie oder Mittel- und Neulateinischer Philologie absolviert werden. Neben dem Verfassen einer eigenständigen Dissertation sind Module im Umfang von 12 ECTS Credits zu erwerben. Durch eine individuell zusammengestellte Promotionskommission erfolgt eine intensive Betreuung der Doktorierenden. Da wir hervorragende Kontakte zu anderen Forschenden in Zürich sowie im In- und Ausland pflegen, können sich unsere Doktorierenden ideal mit der Forschungsgemeinschaft vernetzen (auch eine Cotutelle de thèse ist möglich). Dies kann für die spätere Karriere entscheidend sein.

Wer eine akademische Laufbahn einschlagen möchte, kann nach dem Doktorat eine Habilitation ins Auge fassen. Durch das Habilitationsverfahren wird geprüft, ob eine Person fähig ist, ihr Fachgebiet in Forschung und Lehre selbständig an der Universität zu vertreten. Die Grundlage für die Beurteilung bilden in der Regel eine Monographie (Habilitationsschrift) und eine Probevorlesung.

Finanzierungsmöglichkeiten

Im Folgenden informieren wir über die Möglichkeiten, das Studium, das Doktorat und das Postdoktorat zu finanzieren. Zudem werden besondere Hinweise für ausländische Forschende sowie Links und weiterführende Hinweise angeboten. Einige Angaben gelten für verschiedene Studienrichtungen, andere beziehen sich spezifisch auf Griechisch, Latein und Mittellatein. Bei Fragen können Sie sich gerne auch an die Studienberatung des Seminars wenden.

1. Finanzierung des Bachelor- und Masterstudiums
2. Finanzierung des Doktorats
3. Finanzierung des Postdoktorats (Habilitation)
4. Besondere Hinweise für ausländische Forschende
5. Wichtige Links und weiterführende Hinweise

1. Finanzierung des Bachelor- und Master Studiums

Die Eltern sind nach Artikel 276 und 277 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs im Prinzip verpflichtet, ihre Kinder bis zum Abschluss einer Erstausbildung zu unterstützen. Da eine Matura noch nicht als Erstausbildung gilt, sondern diese in der Schweiz üblicherweise mit einer Berufslehre oder einem Studium abgeschlossen wird, werden die meisten Bachelor- und Masterstudierenden von ihren Eltern finanziell unterstützt.

Wenn die Eltern eine (je nach Kanton unterschiedlich hohe) Einkommens- und Vermögensgrenze unterschreiten, können kantonale Stipendien beantragt werden. Unabhängig vom eigenen Wohnort der Studierenden ist in der Regel der Wohnsitzkanton der Eltern ausschlaggebend. Informieren Sie sich bei der jeweiligen Stipendienstelle, ob Sie ein Gesuch einreichen können.

Viele Studierende müssen oder möchten neben ihrem Studium arbeiten. In den Geistes- und Sozialwissenschaften ist dies der Normalfall (ca. 70% der Studierenden). Gerade auch im Hinblick auf die spätere Berufswahl können Teilzeitstellen (z.B. Stellvertretungen an Kantonsschulen) sehr förderlich sein – insbesondere ab dem Masterstudium. Allerdings sollte beachtet werden, dass ein Werkstudium auch die Studienzeit verlängert. Idealerweise studiert man im Bachelor Vollzeit und arbeitet auch im Master nicht mehr als 20–40%. So können Sie sich auf das Studium konzentrieren, und der Studienabschluss fällt in einen zeitlich planbaren Horizont. Weitere Informationen zum Teilzeitstudium entnehmen Sie bitte der Website der  Zentralen Studienberatung.

Die Universität Zürich unterstützt Studierende mit knappen Ressourcen und tiefen Elterneinkommen durch Beratungen und unter Umständen auch durch die Vermittlung von finanzieller Hilfe (privatrechtliche Stiftungen und universitätsinterne Fonds). Bitte informieren Sie sich zunächst auf der Webseite der Fachstelle Studienfinanzierung. Bei Bedarf kann hier auch ein Gesprächstermin vereinbart werden.

Die Universität Zürich ermöglicht ihren Studierenden durch Abkommen, einen Teil des Studiums an einer anderen Universität zu absolvieren. Das Seminar für Griechische und Lateinische Philologie unterstützt all Ihre Bemühungen für einen solchen Aufenthalt. Als Zeitraum bieten sich insbesondere die Semester gegen Ende des Bachelors und zu Beginn des Masters an. Vor dem Aufenthalt treffen Sie mit den an Ihrem Studium in Zürich beteiligten Seminaren eine Anerkennungsvereinbarung, sodass Sie bereits vor Antritt wissen, welche Leistungen Ihnen nach der Rückkehr angerechnet werden.

Wenn Sie ein oder zwei Semester an einer anderen schweizerischen Hochschule studieren möchten, können Sie dies im Rahmen von „CH-Unimobil“ tun. Da Sie weiterhin an der Universität Zürich immatrikuliert bleiben und nur hier Studiengebühren bezahlen, ist der administrative Aufwand relativ gering. Hier finden Sie weitere Informationen sowie das Anmeldeformular. Eine Liste der schweizerischen Universitäten, an denen Griechisch und Latein studiert werden kann, finden Sie im Fachportal Altertumswissenschaften in der Schweiz. Mittellatein kann innerhalb der Schweiz auch in Bern (im Rahmen eines Masters Klassische Philologie mit Studienschwerpunkt Mittellatein) und in Genf (im Rahmen von Langues et littératures françaises et latines médiévales) studiert werden.

Die Universität Zürich unterhält zudem verschiedene Abkommen mit anderen Universitäten in Europa und auf der ganzen Welt. Wenn Sie während Ihres Studiums ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, finden Sie auf der Webseite der Abteilung Internationale Beziehungen an der Universität Zürich alle wichtigen Informationen. Unser Seminar empfiehlt Aufenthalte an anderen Universitäten gegen Ende des Bachelors oder am Anfang des Masters sehr und versucht, möglichst alle dort erbrachten Leistungen an den Abschluss anzurechnen. Zur Deckung der Reise- und Aufenthaltskosten in Verbindung mit dem Auslandaufenthalt können Studierende durch einen Zuschuss gefördert werden. Das Seminar für Griechische und Lateinische Philologie unterhält nur wenige eigene Abkommen mit anderen Universitäten, vgl. die Liste. Oft können Griechisch-, Latein- und Mittellatein-Studierende aber über ihre anderen Fächer oder über Diverse-Abkommen ins Ausland gehen.

2. Finanzierung des Doktorats

Im Unterschied zum Bachelor- und Masterstudium werden die meisten Doktorierenden nicht mehr von ihren Eltern finanziell unterstützt. Nicht selten können Doktorate im Rahmen von befristeten Assistenzstellen finanziert werden. Darüber hinaus bestehen folgende Möglichkeiten zur Finanzierung:

1. Doktorierende haben die Möglichkeit, persönliche Stipendien zu beantragen. Verschiedene Einrichtungen und Stiftungen fördern die Finanzierung einer Promotion:

  • Der Schweizerische Nationalfonds unterhält mehrere Instrumente zur Karriereförderung. Für das Doktorat in den Geistes- und Sozialwissenschaften an einer schweizerischen Universität sind Doc.CH (2 bis 4 Jahre Förderung in der Schweiz) und Doc.Mobility-Stipendien (Auslandaufenthalt von 6 bis 18 Monaten) die wichtigsten Förderinstrumente.
  • An der Universität Zürich kann ein Beitrag aus dem Forschungskredit Candoc beantragt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu dieser Unterstützung von viel versprechenden Nachwuchsforschenden finden Sie.
  • Auch private Stiftungen vergeben Beiträge für Doktorierende. Zu erwähnen ist insbesondere der Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses (FAN) von UZH Alumni, der einmalige Beiträge von je maximal 75’000 Schweizer Franken an hervorragende Nachwuchskräfte vergibt. Ausserdem vergibt die Zeno Karl Schindler Stiftung jedes Jahr ein Stipendium im Bereich des Mittellateins, um einen Auslandsaufenthalt mit der Dauer von 4 bis 12 Monaten zu finanzieren. Hier finden Sie die aktuelle Ausschreibung sowie weitere Stiftungen.
  • Swissuniversities betreut im Auftrag des Bundes die ausländischen Regierungsstipendien von mehr als 30 Ländern, die Schweizer Studierenden und/oder Forschenden für einen Studienaufenthalt im Ausland offeriert werden. Die Beiträge decken im Normalfall die Lebens- und Studienkosten im Gastland. Ausserdem können sich ausländische Forschende für ein Bundes-Exzellenz-Stipendium bewerben (s. dazu auch unten Abschnitt 4).
  • Bei der Philosophischen Fakultät können Reise- und Kongresskostenzuschüsse beantragt werden (bis 1500 Franken pro Jahr).
  • Der Graduate Campus der Universität Zürich vergibt Travel Grants an Nachwuchsforschende für Aufenthalte von mind. zwei Wochen bis max. zwei Monaten.

Hier wird Beratung zur Forschungsfinanzierung an der Universität Zürich angeboten. Der Graduate Campus organisiert regelmässig Kurse zum Einwerben von Fördermitteln. Orientieren Sie sich über diese Kurse im Bereich „Überfachliche Kompetenzen“.

2. Doktorierende können sich natürlich auch über eine Anstellung in der ausserakademischen Berufswelt finanzieren und beispielswiese als Lehrperson arbeiten. In der Regel steht dabei den Doktorierenden nur genügend Zeit für ihre Dissertation zur Verfügung, wenn sie eine Teilzeitstelle innehaben.

3. Doktorierende können sich zudem um eine Anstellung innerhalb eines Drittmittelprojekts bemühen. Diese Projekte werden von den Projektleitenden, d.h. in der Regel von Professorinnen und Professoren, beispielsweise beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) oder im Rahmen der EU-Förderprogramme beantragt.

Unsere Angaben zur Finanzierung des Doktorats basieren teilweise auf einem Leitfaden für Doktorierende, der auch für weitere Informationen zum Doktorat sehr zu empfehlen ist: Mentoring Deutschschweiz (Hrsg.) (2015, 2. aktualisierte Auflage). Erfolgreich promovieren – Leitfaden für Doktorierende. Luzern: Universität Luzern, Fachstelle für Chancengleichheit. Download des PDFs (PDF, 723 KB).

3. Finanzierung des Postdoktorats (Habilitation)

Aufgrund der wenigen Forschungsstellen zwischen Doktorat und Professur in der Schweiz (ausser z. B. unter Umständen Assistenzstellen an Lehrstühlen) sind auf der Stufe Postdoktorat die nationalen und internationalen Forschungsförderungsorgane von grösster Bedeutung. Der Weg zur Habilitation lässt sich vielfach nur über Drittmittel finanzieren. Im Folgenden finden Sie eine Liste von Möglichkeiten zur Finanzierung Ihres Postdoktorat:

  • Der Schweizerische Nationalfonds unterhält auch auf der Stufe Postdoktorat die wichtigsten Instrumente zur Karriereförderung. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind insbesondere Early Postdoc.Mobility-Stipendien (Auslandaufenthalt von normalerweise 18 Monaten), Postdoc.Mobility-Stipendien (Auslandaufenthalt von in der Regel 24 Monaten sowie Rückkehrphase von 3 bis 12 Monaten), Ambizione (Salär und Projektmittel bis 4 Jahre), PRIMA (Salär und Projektmittel bis 5 Jahre für hervorragende Forscherinnen) und Eccellenza Professorial Fellowships (Assistenzprofessur und Projektmittel für fünf Jahre) zu nennen.
  • An der Universität Zürich kann ein Beitrag aus dem Forschungskredit Postdoc beantragt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu dieser Unterstützung von viel versprechenden Nachwuchsforschenden.
  • Auch private Stiftungen vergeben Beiträge für Postdoktorierende. Zu erwähnen ist insbesondere der Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses (FAN) von UZH Alumni, der einmalige Beiträge von zwischen CHF 50’000 und 100'000 an hervorragende Nachwuchskräfte vergibt. Hier finden Sie weitere Stiftungen.
  • Schweizer Forschende auf Stufe Postdoc können sich um Marie-Skłodowska-Curie-Stipendien (12 bis 36 Monate) der EU bewerben. Auskünfte gibt die Fachstelle EU GrantsAccess von Universität Zürich und ETH Zürich.
  • Swissuniversities betreut im Auftrag des Bundes die ausländischen Regierungsstipendien von mehr als 30 Ländern, die Schweizer Studierenden und/oder Forschenden für einen Studienaufenthalt im Ausland offeriert werden. Die Beiträge decken im Normalfall die Lebens- und Studienkosten im Gastland. Umgekehrt können sich ausländische Forschende für ein Bundes-Exzellenz-Stipendium bewerben (s. dazu auch unten Abschnitt 4).
  • Die Humboldt-Stiftung vergibt jährlich etwa 500 Humboldt-Forschungsstipendien für Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftler, deren Promotion vor nicht mehr als vier Jahren abgeschlossen wurde. Über den Beitrag kann während 6 bis 24 Monaten ein Projekt an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchgeführt werden. Hier finden Sie Informationen zur jederzeit möglichen Bewerbung.
  • Bei der Philosophischen Fakultät können Angestellte auf Qualifikationsstellen nach dem Doktorat und wissenschaftliche Mitarbeitende, die durch die UZH finanziert sind, Reise- und Kongresskostenzuschüsse beantragen (bis CHF 1500 pro Jahr).
  • Der Graduate Campus der Universität Zürich vergibt Travel Grants an Nachwuchsforschende für Aufenthalte von mind. zwei Wochen bis max. zwei Monaten.

Hier finden Sie Beratung zur Forschungsfinanzierung an der Universität Zürich. Der Graduate Campus organisiert regelmässig Kurse zum Einwerben von Fördermitteln. Orientieren Sie sich über diese Kurse im Bereich „Überfachliche Kompetenzen“.

Die Angaben zur Finanzierung des Postdoktorats basieren teilweise auf einem Leitfaden für fortgeschrittene Doktorierende und Postdoktorierende, der auch für weitere Informationen sehr zu empfehlen ist: Mentoring Deutschschweiz (Hrsg.) (2015, 2. aktualisierte Auflage). Promotion – und dann? Leitfaden für fortgeschrittene Doktorierende und Postdoktorierende. Luzern: Universität Luzern, Fachstelle für Chancengleichheit. Download des PDFs (PDF, 723 KB).

4. Besondere Hinweise für ausländische Forschende

An der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich werden keine Doktoratsprogramme mit dazugehöriger Finanzierung angeboten. Wenn Sie sich für ein Doktorat oder Postdoktorat bei uns interessieren, beachten Sie bitte insbesondere das Bundes-Exzellenz-Stipendium. Die Schweizerische Eidgenossenschaft gewährt über die „Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende“ unter anderem Hochschul-Stipendien für Forschende aller Fachrichtungen. Die Stipendienart hängt davon ab, aus welchem Herkunftsland Sie stammen.

Zuerst nehmen Sie am besten Kontakt mit der Professorin/dem Professor auf, die/der für Sie als Betreuungsperson in Frage kommt. Sobald Sie nach Zürich kommen, ist das International Scholars Center eine gute Anlaufstelle für diverse Anliegen.

Weitere Informationen zur Finanzierung Ihres Studiums, Ihres Doktorats und Ihres Postdoktorats finden Sie insbesondere auf folgenden Webseiten:

Wir danken der Abteilung UZH für Forschende und Nachwuchskräfte an der Universität Zürich, insbesondere Viviane Strebel und Stefanie Kahmen, für die wertvolle Unterstützung bei der Zusammenstellung der Informationen zu den Finanzierungsmöglichkeiten!

Berufsperspektiven

„Ich habe, offen gesprochen, nie geglaubt, dass Philologie und Kunstgeschichte sich bezahlt machen.“
(Walter Faber in Max Frischs „Homo faber“ über seine Jugendliebe Hanna)

Walter Faber zum Trotz lässt sich anhand unserer Absolventinnen und Absolventen der letzten Jahrzehnte zeigen, wie erfolgreich ehemalige Griechisch-, Latein- und Mittellatein-Studierende aus Zürich in der modernen Berufswelt sind. Auch die Zahlen des Bundesamts für Statistik widerlegen Walter Faber in der Schweiz: Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften ist der Berufseinstieg zugegebenermassen schwieriger als mit anderen universitären Abschlüssen. Daher sind die Erwerbslosenquoten nach einem Jahr noch höher. Nach fünf Jahren hingegen bewegen sich die Zahlen der Geistes- und Sozialwissenschaften im Rahmen anderer universitärer Abschlüsse, ja sie sind sogar zum Beispiel tiefer als mit einem Abschluss in den technischen Wissenschaften. Wichtig ist daher, sich spätestens im Master-Studium intensiv Gedanken zu machen über den ersten Job nach dem Studium. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, im Master Teilzeit zu studieren, da man dann bei Bewerbungen schon erste Arbeitserfahrungen nachweisen kann und da man den ersten Job oft über denjenigen Arbeitgeber findet, bei dem man schon im Studium angestellt war.

Im Jahr 2001 haben Dr. Alois Kurmann, Prof. Dr. Heinz-Günther Nesselrath und Prof. Dr. Rudolf Wachter eine nützliche Informationsbroschüre für Schülerinnen und Schüler, die an Griechisch und Latein Interesse haben, herausgegeben. Basierend auf einer im Jahr 2000 durchgeführten Umfrage bei ca. 140 Absolventinnen und Absolventen haben die Verfasser gezeigt, wie vielseitig die Berufswege nach einem Studium von Griechisch und Latein sind. Wir empfehlen die Informationsbroschüre sehr zur Lektüre, da die massgeblichen Resultate noch immer aktuell sind.

Die Studienberatung des Seminars für Griechische und Lateinische Philologie hat ergänzend dazu im Jahr 2014 eine Umfrage gemacht bei den ehemaligen Studierenden, die zwischen 2000 und 2013 in Zürich ein Lizenziat oder einen Master in Griechisch und/oder Latein abgeschlossen haben. Aufgrund der ca. 100 Rückmeldungen lässt sich zeigen, dass nach dem Abschluss ca. 40% Lehrerin bzw. Lehrer wurden, ca. 40% an einer Forschungsinstitution (z.B. Universität) eine erste Stelle gefunden haben und ca. 20% in die Privatwirtschaft eingestiegen sind. Im Dezember 2017 wurde eine Nachbefragung der Griechisch-, Latein- und Mittellatein-Absolventinnen und Absolventen von 2014 bis 2016 durchgeführt. Insgesamt haben 30 ehemalige Studierende geantwortet. Der Rücklauf war mit 94% sehr hoch. Von den Absolventinnen und Absolventen dieser drei Jahre arbeiten momentan ca. 50% an einer Schule, ca. 33% an einer Forschungsinstitution und ca. 17% in diversen Bereichen der Privatwirtschaft.

Die Berufswege vieler Absolventinnen und Absolventen sind derart unterschiedlich, dass sie sich kaum in einer Statistik fassen lassen. Gräzisten, Latinistinnen und Mittellateiner aus Zürich unterrichten nicht nur als Lehrerinnen und Lehrer an zahlreichen Schulen, sondern sie haben auch feste Anstellungen an Universitäten erhalten (z.B. in den letzten Jahren Damian Caluori und Silvio Bär als Professoren in Edinburgh bzw. Oslo) oder arbeiten in der Privatwirtschaft. Dort sind sie beispielsweise tätig als Autor und Redaktor im Feuilleton der NZZ (Thomas Ribi) oder als Redaktor bei NZZ Online mit Schwerpunkt Wirtshaftsthemen (Thomas Schürpf), arbeiten in den Parlamentsdiensten des Kantonsrats Zürich (Franziska Gasser), haben eine Stelle im Team „Digitaler Datenerhalt“ an der ETH-Bibliothek Zürich (Franziska Geisser) bzw. als Leiterin Aus- und Weiterbildung / Innovation an der Zentralbibliothek Zürich (Andrea Malits), oder sie wurden Direktor von Valposchiavo Tourismus (Kaspar Howald). Diese Beispiele zeigen deutlich auf, dass die im Griechisch-, Latein- und Mittellatein-Studium erworbenen überfachlichen Kompetenzen unsere Absolventinnen und Absolventen für die unterschiedlichsten Berufe qualifizieren.

Sie zweifeln noch immer daran, ob Sie mit einem Studium der Geisteswissenschaften später eine Stelle finden werden? Oder Sie möchten weitere Argumente dafür hören, warum die Geisteswissenschaften im heutigen Arbeitsmarkt gefragter sind denn je? Dann empfehlen wir Ihnen eine Publikation der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften von 2016: It's the humanities, stupid (PDF, 6601 KB) (oder direkt online)!