Handschriftenexkursion nach Dijon (21.–25. November 2017)

Handschriftenexkursion nach Dijon

Vom 21.–25. November 2017 verbrachten zehn Mittellateinstudierende aller Qualifikationsstufen gemeinsam einen Aufenthalt in der historischen Sammlung der Bibliothèque municipale in Dijon. Nach vorbereitenden Sitzungen in Zürich konnte jede/r Teilnehmer/in einen Codex vor Ort studieren und ihn danach den anderen in einem Referat vorstellen. Im Zentrum standen Handschriften aus dem 12. Jahrhundert aus Cîteaux, dem Mutterkloster des Zisterzienserordens. Es konnte der Umgang mit Originalen eingeübt und Beobachtungen gemacht werden, die ein Digitalisat nicht hergibt. Da ein Grossteil der untersuchten Handschriften im selben Skriptorium und für das eigene Kloster angefertigt wurden, konnten auch bibliotheksgeschichtliche Fragen diskutiert und der ‚Kanon’ im zisterziensischen Milieu umrissen werden. Inhaltlich reichten die Handschriften von traditioneller monastischer Lektüre und Werken der westlichen Kirchenväter hin zu zeitgenössischer Theologie (Hugo von St. Viktor, Thomas von Aquin). Auch ist ein auffallendes Interesse an Petrus Alfonsi zu bemerken, dessen Dialogus gleich in zwei Exemplaren vorhanden ist.

Weiter konnten verschiedene Stile der Miniaturenmalerei von Cîteaux betrachtet werden, zumal wir zum Abschluss auch Gelegenheit hatten, die mehrbändige grossformatige Bibel von Stephen Harding zu bewundern.

Unser Dank für die Gastfreundschaft und unkomplizierte Betreuung gilt Mathilde Siméant, der Leiterin der Handschriftenabteilung.

Umrahmt wurde die Studienreise ins Burgund, die auch manchen kulinarischen Höhepunkt und die Möglichkeit informeller Begegnungen bereit hielt, durch Besichtigungen des Palais des Ducs, der Kathedrale und des Archäologischen Museums in den beeindruckenden Räumen der ehemaligen Abtei St.-Bénigne. 

 

Bilder der Reise