Forschung

Wir pflegen ein generalistisches Forschungsselbstverständnis. Entsprechend werden die jüngeren Forschenden spätestens ab der Masterstufe individuell unterstützt, was sich in einer grossen thematischen und methodischen Bandbreite der Qualifikationsarbeiten niederschlägt. Darüber hinaus vermeiden die Dozierenden eine strikte Trennung von Griechisch, Latein und Mittellatein bewusst, um den konstruktiven Dialog der Nachbarsdisziplinen zu fördern.

Ein wichtiges Aushängeschild der Klassischen Philologie an der Universität Zürich bleibt die Religionswissenschaft, die mit dem Emeritus für Gräzistik, Prof. Burkert, bis zu seinem Tod am 11. März 2015 höchst prominent vertreten war und auch von Prof. Riedweg sowie Prof. Gemelli in Forschung und Lehre weitergepflegt wird.

Zu Prof. Christoph Riedwegs Forschungsinteressen gehören frühgriechische Dichtung und Philosophie (u.a. Orpheus/Orphik, Pythagoras/Pythagoreismus), klassische Tragödie und Komödie, Rhetorik, Philosophie des 4. Jh. v. Chr. sowie der Kaiserzeit und Spätantike (insbesondere Platonismus), jüdisch-hellenistische und frühchristliche Literatur. Die Arbeit an dem von ihm zusammen mit Christoph Horn und Dietmar Wyrwa herausgegebenen,  auf ca. 2’500 Seiten angewachsenen Band 5 der Reihe Antike des Grundriss der Geschichte der Philosophie „Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike“ (mit über 50 Mitarbeitenden weltweit) steht kurz vor dem Abschluss.

Prof. Ulrich Eigler forscht zur Literatur der römischen Republik, der augusteischen Epoche, der frühen Kaiserzeit und der Spätantike sowie zur Antikenrezeption (insbesondere in der modernen Literatur und im Film) und zur Überlieferung der antiken Literatur und ihre medialen Bedingungen. Aktuell beschäftigt er sich insbesondere mit einer Kulturgeschichte des Arbeitszimmers sowie mit der Erarbeitung eines paläographischen Lehrbuchs. Als Fachgebietsherausgeber des „Handwörterbuchs der antiken Sklaverei“ konnte er zudem kürzlich ein jahrelanges Forschungsprojekt abschliessen.

Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Carmen Cardelle de Hartmann gehören die textkritische und editorische Arbeit, die Pragmatik des Lateins im Mittelalter und poetologische Fragen im Bereich der lateinischen Literatur des Mittelalters. Ihr besonderes Anliegen ist die Verknüpfung von theoretischen Fragestellungen mit der Analyse der materiellen Überlieferung. Im Moment schliesst sie die Edition des Dialogus von Petrus Alfonsi ab. Zudem hat sie kürzlich zwei neue Projekte über Sprachreflexion im Frühmittelalter und über die Bibliothek der Basler Kartause gestartet.

Als SNF-Förderungsprofessor seit September 2015 verfolgt Prof. Gunther Martin an unserem Seminar primär das Projekt „Pragmatik des Dialogs in der antiken Tragödie“, über das er auch zwei Doktorierende beschäftigt. Daneben gehören zu seinen Forschungsschwerpunkten insbesondere die antike Rhetorik und die Historiographie der Kaiserzeit. Zur Zeit arbeitet er zudem an der Entzifferung und Herausgabe der historischen Palimpsestfragmente im Codex Vindob. hist. gr. 73 (vermutlich Dexipp von Athen) mit.