Veranstaltungen HS 2017

Griechische Sprach- und Literaturwissenschaft

Vorlesungen

Vorlesung griechische Literatur: Geschichtsschreibung (30)

Christoph Riedweg (christoph.riedweg@sglp.uzh.ch)
Fr 10:15 – 12:00
UZZ KOL-E-21

Information für BA- und MA-Studierende: Diese literarische Vorlesung kann zu 2 Kreditpunkten oder zu 4 Kreditpunkten (als „Kolloquium“) gebucht werden. Der Leistungsnachweis für 2 Kreditpunkte wird durch PR „Prüfung“ erbracht. Für 4 Kreditpunkte wird ausserdem mit dem/der Dozierenden eine Zusatzleistung vereinbart. Die Vorlesung ist auch für das Studium generale geeignet.

Griechische Geschichtsschreibung erschöpft sich kaum je in der schlichten Aufzählung militärischer Ereignisse und Fakten. Seit Herodot, dem "Vater der Geschichte" (Cicero), ist vielmehr charakteristisch für sie, dass eine Fülle geographischer, ethnographischer und kulturgeschichtlicher Informationen mitberücksichtigt wird. Das aus schriftlichen Quellen sowie eigener 'Erkundung' (historíē) gewonnene Material wird dabei einer konsequenten literarischen Gestaltung unterworfen (zu erkennen u. a. an der Verwendung fiktiver Elemente wie ausgedehnter Reden oder tragödienähnlicher Handlungsverläufe).
Diesem literarischen Aspekt soll in der Vorlesung besondere Beachtung geschenkt werden. Nach dem Versuch einer Gattungsbestimmung und Hinweisen auf die Wurzeln in der epischen Dichtung, der Kolonisationstätigkeit und der ionischen Naturphilosophie wird im ersten Teil anhand der Prooimien ein Überblick über die wichtigsten griechischen Historiker – von Herodot über Thukydides, Polybios, Diodor bis hin zu Flavius Josephus, dem Kirchenhistoriker Eusebios und dem Frühbyzantiner Prokop – gegeben. Im zweiten Teil sollen ausgewählte Passagen aus den Klassikern Herodot und Thukydides sowie Polybios eingehend erörtert und analysiert werden. –
Alle in der Vorlesung behandelten Texte werden auch in deutscher Übersetzung vorgelegt.

Zur Einführung empfohlen: K. Meister, Die griechische Geschichtsschreibung. Von den Anfängen bis zum Ende des Hellenismus, Stuttgart/Berlin/Köln 1990; O. Lendle, Einführung in die griechische Geschichtsschreibung. Von Hekataios bis Zosimos, Darmstadt 1992.

Vorlesung griechisches Nomen (393)

Salvatore Scarlata (salvatore.scarlata@uzh.ch)
Mi 10:15 – 12:00
RAG 104

Inhalt der Vorlesung ist die Morphologie des Nomens im Griechischen. Das Thema wird anhand autoritativer Literatur erschlossen. Es werden keine Skripten verteilt. Kenntnisse der Phonologie des Griechischen sind von Vorteil. Der Leistungsnachweis wird durch die aktive Mitarbeit im Unterricht sowie durch eine schriftliche oder, bei geringer Teilnehmerzahl, mündliche Prüfung erbracht.

Ausgewählte Literatur:
Albert Debrunner, Griechische Wortbildungslehre, Heidelberg 1917
Pierre Chantraine, La formation des noms en grec ancien, Paris 1933
Pierre Chantraine, Morphologie historique du grec, Paris 1991
Eduard Schwyzer, Griechische Grammatik, München 1939-1950
Ernst Risch, Wortbildung der Homerischen Sprache, Berlin 1974
Helmut Rix, Historische Grammatik des Griechischen, Darmstadt 1976, 1992

Proseminare

Mark Aurel, Selbstgespräche (87)

Christoph Riedweg (christoph.riedweg@sglp.uzh.ch)
Mi 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Dieses literarische Proseminar kann im BA als Proseminar I, Proseminar II oder Proseminar für Religionsgeschichte (benotet) gebucht werden. Der Leistungsnachweis wird durch RE „Referat“ (= Sitzungsleitung sowie ein kurzes Impulsreferat) und SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 6 Kreditpunkte erworben. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden.

Die ungebrochene Aktualität der ethischen Reflexionen Mark Aurels zeigt sich u. a. daran, dass sie Politikern wie Nelson Mandela und Helmut Schmidt als Quelle der Inspiration dienten. In Kurzreferaten und Sitzungsleitungen soll der philosophische, historische und soziokulturelle Hintergrund dieses wichtigen Zeugnisses der kaiserzeitlichen Stoa erschlossen werden. –
Wie immer im Herbstsemester, richtet sich das Proseminar, das mit einer allgemeinen Einführung in die Methoden der Klassischen Philologie beginnt, in erster Linie an Studierende der Gräzistik, steht jedoch auch anderen Interessierten offen (u. a. Kulturwissenschaft der Antike, Philosophie, Religionswissenschaft, Geschichte).

Zur Anschaffung empfohlene Ausgabe: Marci Aurelii Antonini Ad se ipsum libri XII, edidit J. Dalfen (Bibliotheca Teubneriana), Leipzig 21987 = Berlin, Boston 2012.

Seminare

Athenischer Alltag vor Gericht (66)

Gunther Martin, Victor Walser (gunther.martin@sglp.uzh.ch, victor.walser@hist.uzh.ch )
Mi 16:15 – 18:00
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Literarische Seminare setzen im BA die Akzessprüfung voraus. Je nach Studienprogramm werden unterschiedliche Seminare verlangt (s. Wegleitung/Studienordnung). Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“, RE „Referat“ und meist zusätzlich durch SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden je nach Modul 3, 6, 9 oder 12 (nur Lehrdiplom) Kreditpunkte erworben.

Beim Namen Demosthenes denkt man zunächst an die berühmten Philippiken oder die Kranzrede. Wenn ein Athener im 4. Jh. v.Chr. einen anderen vor Gericht brachte und sich dafür ein Plädoyer von einem professionellen Redenschreiber wie Demosthenes abfassen liess, ging es aber meist um alltägliche Konflikte, etwa Erbstreitigkeiten, Konflikte zwischen Eheleuten oder betrügerische Geschäftsbeziehungen. Und solche Reden, die mitten in das Alltagsleben im klassischen Athen führen und es als Quellen in einmaliger Weise beleuchten, sind es, die den Grossteil des demosthenischen Corpus ausmachen. Dabei stellen sie die Eloquenz des Demosthenes nicht weniger unter Beweis als diejenigen mit politischem Inhalt. Denn Demosthenes zeichnet keine möglichst verständlichen und wahrheitsgetreuen Bilder des Alltags, sondern präsentiert vielmehr eine subjektive Sicht des Sachverhalts und der Rechtslage und versucht mit allen zur Verfügung stehenden rhetorischen Mitteln, die Richter von „seiner“ Wahrheit (bzw. der seines Klienten) zu überzeugen. Die Reden erschliessen sich dem modernen Leser deshalb erst dann vollumfänglich, wenn sowohl der historische Hintergrund in seinen verschiedenen Facetten als auch die Rhetorik in der Präsentation aufgeklärt wird. Das Seminar ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Seminar. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Diskussion und Analyse ausgewählter Reden. Auf der philologischen Seite steht dabei die Analyse der Rhetorik – stilistisch wie strategisch – im Vordergrund.
Zur Einführung empfohlen wird D.M. MacDowell, Demosthenes the Orator, Oxford 2009. Neuere Biographien (z.B. I. Worthington, Demosthenes of Athens and the fall of classical Greece, Oxford 2013; W. Will, Demosthenes, Darmstadt 2013) fassen v.a. den Politiker ins Auge. Zur Einleitung ins Prozesswesen und ausgewählte historische Aspekte eignet sich C. Carey & R.A. Reid, Demosthenes. Selected private speeches, Cambridge 1985. Gute Übersetzungen liegen jetzt in einer von M. Gagarin herausgegebenen Reihe vor (Austin TX, 2003–2011).
Die beste Einleitung in die antike Rhetorik stammt von M. Fuhrmann (Die antike Rhetorik, 6. Auflage, Mannheim 2011).
Für die philologische Arbeit am Text dient die Ausgabe von Dilts (OCT) als Grundlage. Kopiervorlagen werden per OLAT zur Verfügung gestellt.

Kolloquien und Blockveranstaltungen

Kolloquium Antike und Christentum: Origenes, De principiis (323)

Christoph Riedweg, Samuel Vollenweider, Victor Walser, Silke-Petra Bergjan
Fr 14:00 – 15:45 (27.10.; 10.11.; 22.12);
Fr 12:15 – 15:45 (3.11.; 8.12.)
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende von Griechisch und Latein: Der Leistungsnachweis dieses literarischen Kolloquiums wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

In der nur teilweise auf Griechisch erhaltenen Schrift "Von den Prinzipien" legt Origenes von Alexandrien, einer der wichtigsten, zutiefst platonisch geprägten Denker des Frühchristentums, die Skizze einer christlichen Physik im antiken Sinne vor und behandelt in ontologisch absteigender Form Gott, Geistwesen und den Kosmos. Nach einer knappen Einführung wollen wir die einflussreiche Schrift gemeinsam lesen und zu verstehen versuchen. – Griechischkenntnisse von Vorteil, aber keine Voraussetzung.

Zur Anschaffung empfohlene Ausgabe: Origenes, Vier Bücher von den Prinzipien. Herausgegeben, übersetzt, mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von H. Görgemanns und H. Karpp (Texte der Forschung 24), Darmstadt 31992 (=21985).

Byzantinisches Kolloquium: Die Byzantiner in Sizilien (324)

Ruth Harder (ruth.harder@sglp.uzh.ch)
Fr 16:15 – 18:00
UZZ KOL-G-2013

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis dieses literarischen Kolloquiums wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben. Studierende im BA 120 und im MA 90 können die Veranstaltung auch als Seminar Spätere Gräzität besuchen. Der Leistungsausweis wird dann durch RE „Referat“ und SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden im BA und im MA 6 Kreditpunkte erworben. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden, wenn Sie das zweisemestrige Modul buchen.

Anhand verschiedener Quellengattungen werden wir uns Einblicke in die politische und gesellschaftliche Entwicklung von Sizilien in der früh- und mittelbyzantinischen Zeit erarbeiten und die spezielle Situation der Insel am Kreuzweg verschiedener Kulturen ausloten: Kultureller Austausch, Massnahmen zur Herrschaftssicherung in diesem Randgebiet des byzantinischen Reiches. Die Analyse bezieht die Unterschiede der einzelnen Quellengattungen mit ein.

Einführende Literatur: Th. Dittelbach, Die Geschichte Siziliens, München 2010

Forschungskolloquium (884)

Ulrich Eigler, Christoph Riedweg, Carmen Cardelle, Silke-Petra Bergjan, Anne Kolb, Ulrike Babusiaux, Victor Walser
Di 18:15 – 20:00, unregelmässig
RAG 104

Termine:
Dienstag, 26.09.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Freitag, 06.10.17 14:15–18:00 (findet in Basel statt!)
Dienstag, 17.10.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 07.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 14.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 05.12.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)

Detailliertes Programm

Lektüren und Übungen

Griechische Sprachübungen, 1. Teil (2067)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Mo 8:00 – 9:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

In den griechischen Sprachübungen werden die aus dem Gymnasium oder aus dem Graecumskurs vorhandenen Kenntnisse der griechischen Grammatik, Stilistik und Semantik aufgefrischt und vertieft. Zu diesem Zweck wird die Grammatik (Bornemann / Risch) in zwei Semestern systematisch durchgearbeitet; ausserdem werden Formenkenntnisse und Wortschatz (Meyer / Steinthal) gefestigt und ausgebaut. Der Fokus liegt auf dem Erwerb einer aktiven Sprachbeherrschung, die anhand der Übersetzung von Einzelsätzen und kleinen Texten aus dem Deutschen ins Altgriechische eingeübt wird.
Im HS (Kurs I) werden insbesondere die Formenlehre, die Syntax des einfachen Satzes und die Kasuslehre behandelt, im FS (Kurs II) die Syntax von Haupt- und Nebensatz mit Fokus auf Aspekt, Modus, Infinitiv und Partizip.
Ein Einstieg in Kurs II ist auch ohne vorherigen Besuch von Kurs I möglich (z.B. im Anschluss an die erfolgreich absolvierte Graecumsprüfung im Januar). Es besteht die Möglichkeit (und wird gerade Neueinsteigern empfohlen), parallel im FS auch noch die Übung "Griechische Sprachkompetenz Grundkurs" zu besuchen, deren Schwerpunkt auf der Erarbeitung und Festigung der Formenlehre liegt.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Meyer, Thomas / Steinthal, Hermann: Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart u.a. 1993) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].
- Kaegi, Adolf, Repetitionstabellen zur kurzgefassten griechischen Schulgrammatik (Zürich u.a. 1993).

Graecum I (2068)

Franziska Egli (franziska.egli@sglp.uzh.ch)
Di 15:00 – 18:00, Fr 8:00 – 9:45
UZZ KO2-D-54

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird in Teil 1 und 2 durch MA „Mitarbeit“, in Teil 3 durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden jeweils 4 Kreditpunkte erworben. Latein-Studierende können sich die Graecum-Module über das Studium generale im Freien Wahlbereich anrechnen lassen.

Siehe www.graecum.uzh.ch.

Graecum III (2069)

Ruth Harder (ruth.harder@sglp.uzh.ch)
Di 8:00 – 9:45, Fr 14:00 – 15:45
UZZ KO2-D-54

Siehe www.graecum.uzh.ch.

Griechische Übersetzungsübungen (399)

Laura Napoli (laura.napoli@sglp.uzh.ch)
Fr 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Dieser Kurs richtet sich in erster Linie an Studierende, die in nächster Zeit die literarische Akzessprüfung (Lektürekompetenz Selbststudium) in Angriff nehmen wollen, er kann aber auch von anderen Interessenten, die ihr Übersetzungshandwerk auffrischen oder verfeinern möchten, gewinnbringend besucht werden. In jeder zweiten Woche übersetzen die Teilnehmenden unter akzessähnlichen Bedingungen ausgewählte Prosa- und Poesietexte quer durch das literarische Spektrum schriftlich ins Deutsche. Hierbei werden hauptsächlich alte Prüfungstexte vorgelegt. Die korrigierte Übersetzung wird in der darauf folgenden Sitzung gemeinsam besprochen, wobei die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmenden im Vordergrund stehen sollen.
Die Übersetzungsübungen stützen sich insbesondere auf die aus den Sprachübungen I und II bekannten Grundlagewerke:
- E. Bornemann, E. Risch, Griechische Grammatik (Frankfurt am Main 21978) [mehrere Nachdrucke]
- Th. Meyer, H. Steinthal, Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart 1993) [mehrere Nachdrucke].

Griechische Kursorische Lektüre: Lysias (407)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 12:15 – 14:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Lysias (5. / 4. Jh. v.Chr.) gilt als Meister der Logographie. Seine Sprache und sein Stil stehen für Einfachheit, Klarheit und Reinheit des Attischen. Sein Geschick in der Charakterzeichnung (Ethopoiie) war bereits in der Antike berühmt.

Lysias’ Reden geben Einblicke in das Leben und die politischen Unruhen in Athen nach dem peloponnesischen Krieg. Lysias war Metöke. Er lebte eine Zeit lang im unteritalischen Thurioi, wo er Rhetorik bei Teisias gelernt haben soll. In Piräus erbte er gemeinsam mit seinem Bruder Polemarchos die prosperierende Schildfabrik des Vaters. Doch unter der Gewaltherrschaft der Dreissig wurde das Vermögen der demokratisch gesinnten Familie konfisziert, Polemarchos wurde hingerichtet und Lysias selbst konnte nur mit knapper Not entkommen. Nach dem Sturz der Dreissig klagte Lysias Eratosthenes an, der für den Tod seines Bruders hauptverantwortlich war. Mit der Lektüre dieser Rede (Or. 12), die Lysias als einzige selber vor Gericht gehalten haben dürfte und die als Hauptquelle für sein Leben dient, beginnen wir den Kurs.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Studierenden und ist besonders als Vorbereitung auf den literarischen Akzess angelegt: Anhand eines grösseren Textcorpus werden Übersetzungsfertigkeiten unter Anleitung eingeübt und vertieft, Übersetzungsvarianten diskutiert und Grammatik-Probleme erörtert. Ein attischer Redner gehört zu den empfohlenen Lektürevorschlägen für die Zwischenprüfung.

Wir arbeiten mit der Oxford-Edition:
Lysiae orationes cum fragmentis recognovit brevique adnotatione critica instruxit C. Carey. Oxonii 2007 [Oxford Classical Texts].
Eine Kopiervorlage befindet sich im Semesterapparat.

Weitere Editionen, Kommentare und Übersetzungen werden in der ersten Sitzung vorgestellt.

Vorbereitung auf die erste Sitzung: Or. 12,1-7 (bis περὶ πολλοῦ ἐποιοῦντο).

Griechische Stilübungen I (435)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 8:00 – 8:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Die griechischen Stilübungen I+II schliessen an die griechischen Sprachübungen I+II an und setzen diese auf höherem Niveau fort. Ausgewählte Themen der Grammatik (Bornemann / Risch) werden repetiert; hinzu kommt die Ebene der Idiomatik und der Phraseologie. Beide Kurse können unabhängig voneinander besucht werden. Da sie inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, wird ein gleichzeitiger Besuch beider Übungen empfohlen.

Im Fokus der Stilübungen I stehen zusammenhängende Texte, die vom Deutschen in ein möglichst authentisches Altgriechisch (klassisches Attisch) übersetzt werden. Es wird zwischen der Rückübersetzung griechischer Originaltexte und der Übertragung deutscher Originaltexte unterschieden. Die Übersetzungen werden gemeinsam in der Stunde oder als Hausaufgabe angefertigt, gegenseitig korrigiert und zu zweit oder in der Gruppe diskutiert. Die beiden Prüfungen in der Mitte und am Ende des Semesters werden unter denselben Bedingungen wie die Lehrdiplom-Sprachkompetenzprüfung durchgeführt und dienen daher auch als Vorbereitung für Lehramtskandidaten.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Meyer, Thomas / Steinthal, Hermann: Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart u.a. 1993) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].
- Kaegi, Adolf, Repetitionstabellen zur kurzgefassten griechischen Schulgrammatik (Zürich u.a. 1993).

Griechische Stilübungen II (451)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 9:00 – 9:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Die griechischen Stilübungen I+II schliessen an die griechischen Sprachübungen I+II an und setzen diese auf höherem Niveau fort. Ausgewählte Themen der Grammatik (Bornemann / Risch) werden repetiert; hinzu kommt die Ebene der Idiomatik und der Phraseologie. Beide Kurse können unabhängig voneinander besucht werden. Da sie inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, wird ein gleichzeitiger Besuch beider Übungen empfohlen.

Die Stilübungen II dienen als Vertiefung der Stilübungen I: Griechische Originaltexte klassisch-attischer Prosaautoren werden hinsichtlich ihrer sprachlichen und stilistischen Ausgestaltung untersucht. Wir arbeiten insbesondere mit den Texten, die in den Stilübungen I vom Deutschen ins Griechische übersetzt werden. Ferner werden ausgewählte Grammatikthemen gezielt eingeübt.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].

Lateinische Sprach- und Literaturwissenschaft

Vorlesungen

Die römische Literatur von den Anfängen bis Cicero (31)

Ulrich Eigler (ulrich.eigler@sglp.uzh.ch)
Do 10:15 – 12:00
UZZ KOL-E-21

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis dieser literarischen Vorlesung wird durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Die Vorlesung setzt mit den Anfängen der römischen Literatur im 3. Jh. v. Chr. ein und gibt einen Überblick bis Cicero. Einerseits soll im Rahmen einer literatur- und sozialgeschichtlichen Einordnung und Interpretation die gemeinhin als „Archaische Literatur“ bezeichnete Epoche Lateinischer Literatur gesamthaft unter Berücksichtigung des politisch-historischen Kontexts konturiert werden. Andererseits wird auch die ästhetisch-poetische Besonderheit der einzelnen Texte durch eine genaue Analyse der sprachlichen Formen gewürdigt, um mit dem Blick auf den einzelnen Text einer allzu teleologischen Deutung zu entgehen.
In der frühen römischen Literatur steht zunächst die Dichtung im Vordergrund, während sich Prosawerke z.B. in der Geschichtsschreibung oder Rhetorik etwas später als eigener Strang herausbilden. Besondere Würdigung werden daher zunächst zentrale Autoren wie Naevius, Ennius, Plautus, Terenz oder Lucilius für die Poesie erfahren, dann aber auch Cato, Varro, Caesar, Cicero für die Prosa. Die Geschichtsschreibung als Gattung wird freilich gesamthaft in einer eigenen Vorlesung zu behandeln sein.

Das Programm und der Reader mit den in der Vorlesung behandelten Texten bzw. Ausschnitten kann ab dem 1.9.17 heruntergeladen werden.

Latein im linguistischen Kontext des alten Mittelmeers (86)

Carlotta Viti (carlotta.viti@sglp.uzh.ch)
Mo 10:15 – 12:00
UZZ KOL-G-221

Information für BA- und MA-Studierende: Diese linguistische Vorlesung kann im MA nur auf eine Art, im BA jedoch auf zwei Arten gebucht werden: als benotetes Pflichtmodul oder als unbenotetes Wahl(pflicht)modul (als „Kolloquium“). Der Leistungsnachweis wird in jedem Fall durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Diese Vorlesung beschäftigt sich mit dem Thema des linguistischen Kontaktes zwischen Latein und anderen frühen Sprachen im antiken Italien und um das Mittelmeer. Einerseits werden wir die historische Grammatik des Lateinischen mit der Grammatik der sabellischen Sprachen in ihren phonologischen, morphologischen und syntaktischen Komponenten vergleichen. Andererseits werden wir ausgewählte sabellische Texte analysieren, insbesondere die Tabulae Iguvine des Umbrischen und das den Cippus Abellanus und die Tabula Bantina des Oskischen. Dadurch können wir die Rekonstruktion des Proto-Italischen untersuchen. Die Vorlesung richtet sich an Studierende der Klassischen Philologie, Altertumswissenschaften, Indogermanistik, Romanistik und der Allgemeinen Sprachwissenschaft, die sich für die textgestützte Historio- und Kontaktlinguistik interessieren.

Literaturverzeichnis
Adams, J. (2003) Bilingualism and the Latin language, Cambridge, CUP.
Baldi, P. (1999) The foundations of Latin, Berlin & New York.
Buck, C. (1928) A grammar of Oscan and Umbrian, Boston, Ginn.
Ernout, A. (1953) Morphologie historique du latin, Paris, Klincksieck.
Leumann, M. (1977) Lateinische Laut- und Formenlehre, 2. Auflage, München, Beck.
Meillet, A. (1948) Esquisse d’une histoire de la langue latine, Paris, Hachette.
Meiser, G. (1998) Historische Laut- und Formenlehre der lateinischen Sprache, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Palmer, L. (1954) The Latin language, London, Faber & Faber.
Sommer, F. (1914) Handbuch der lateinischen Laut- und Formenlehre, w. Auflage, Heidelberg, Winter.

Proseminare

Einführung in die lateinische Sprache (114)

Carlotta Viti (carlotta.viti@sglp.uzh.ch)
Mo 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Die Veranstaltung kann im BA als linguistisches Proseminar (6 Kreditpunkte, Referat) oder im BA und im MA als linguistische Lektüre (4 Kreditpunkte, Mitarbeit und schriftliche Arbeit) gebucht werden.

Dieses Proseminar versteht sich als Einführung in die Geschichte der lateinischen Sprache. Wir werden die grundlegenden Begriffe der Lautlehre und der Formenlehre des Lateinischen vorstellen und Parallelen zu den modernen Sprachen Europas aufzeigen. Zudem werden wir diese Begriffe mit Texten verschiedener Autoren und Gattungen des Altlateinischen illustrieren. Auf Grund dieser Prinzipien werden die Studierenden befähigt, selbstständig zu einem literarischen Text einen linguistischen Kommentar zu erarbeiten.

Vergil, Aeneis (88)

Ulrich Eigler (ulrich.eigler@sglp.uzh.ch)
Di 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Dieses literarische Proseminar kann im BA als Proseminar I oder Proseminar II gebucht werden. Der Leistungsnachweis wird durch RE „Referat“ und SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 6 Kreditpunkte erworben. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden.

Vergils Aeneis ist einer der zentralen Texte der europäischen und europaorientierten Kultur. Wir werden die Aeneis daher mit gelegentlichen Blicken auf diesen Wirkungszusammenhang, besonders aber auf ihre Überlieferung im Mittelalter betrachten. Im Mittelpunkt steht freilich schwerpunktmässig die Lektüre des ersten Buchs der Aeneis, die durch die Beschäftigung mit zentralen Passagen aus den übrigen 11 Büchern ergänzt wird. Eine ideale Vorbereitung ist somit eine vorgängige Lektüre des ersten Buches (zumindest in Passagen) auf Latein.
Das Proseminar ist mit einem Tagesausflug in die „Burgerbibliothek Bern“ verbunden. Ein Termin wird in Absprache mit den Teilnehmenden in den ersten Sitzungen abgemacht.
Text: R.A.B. Mynors (ed.), P. Vergili Maronis Opera, Oxford 1969 u.ö. Die Anschaffung dieser Textausgabe wird nachdrücklich empfohlen.
Ideal als Vorbereitung ist auch die Lektüre folgender antiker Werke in deutscher Übersetzung oder in Gustav Schwabs „Die Schönsten Sagen des Klassischen Altertums“:
Homer Odyssee (Hom. Od.)
Homer Ilias (Hom. Il.)
Apollonios Rhodios Argonautika (Apoll. Rhod.)
Angesichts der Bedeutung der Aeneis wird parallel zum Proseminar eine kursorische Lektüre der Aeneis angeboten, die hinsichtlich der Textauswahl und der ergänzenden Themen mit dem Programm des Proseminars abgestimmt ist. Auch wird gemeinsam ein Filmabend zur Odyssee durchgeführt.

Seminare

Lucan, Pharsalia (118)

Ulrich Eigler (ulrich.eigler@sglp.uzh.ch)
Mo 16:15 – 18:00
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Literarische Seminare setzen im BA die Akzessprüfung voraus. Je nach Studienprogramm werden unterschiedliche Seminare verlangt (s. Wegleitung/Studienordnung). Der Leistungsnachweis wird durch RE „Referat“ und meist zusätzlich durch SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden je nach Modul 3, 6 oder 9 Kreditpunkte erworben. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden, wenn Sie das zweisemestrige Modul buchen.

Wir kennen alle die Antike-Serie Rome. Wichtige Quellen für den Handlungsablauf sind für diese Serie Cicero, Caesars Schriften, aber auch die griechisch verfassten Darstellungen des Appian. Für die Stimmung aber, die eine Mischung bedrückender Gewalttätigkeit und traditioneller Action bietet, hat das Werk Lucans über den Bürgerkrieg Caesars gegen Pompeius und Cato mittelbar und unmittelbar gewirkt. Dieses nachklassische Epos, das in der Zeit Neros verfasst wurde, gehört zu den im Gefolge Vergils verfassten Werken, die man gerne als Ausdruck des römischen Manierismus bezeichnet. Unter Aufgabe der ‚klassischen Dämpfung’ stellen diese Autoren mit Vorliebe Gewaltszenen dar, betonen gerade das Grausige und Hässliche und stellen eine eigene Ästhetik der durch die Aeneis Vergils verbindlich gewordenen gegenüber. Gerade Lucan vollzieht diesen Schritt in besonders eindrücklicher Form.
Wir wollen diesen Autor in einzelnen Ausschnitten lesen und auf diese Weise einen Eindruck vom gesamten, im 10. Buch abbrechenden Epos gewinnen.

Für die erste Sitzung kann ab 18.7.17 ein Handout sowie das Programm für das gesamte Seminar an dieser Stelle heruntergeladen werden.
Es empfiehlt sich, die Textstellen bereits in möglichst grosser Zahl in den Semesterferien zu lesen. Ausserdem wäre es schön, wenn sich Interessentinnen und Interessenten für die einzelnen Sitzungsleitungen bereits in den Semesterferien melden würden, damit die einzelnen Sitzungen bereits geplant werden können.

Text:
A. E. Housman, M. Annaei Lucani Belli civilis libri decem, Oxford 1926, 5. Nachdr. 1970 u.ö.
D. R. Shackleton Bailey, Lucanus, De bello civili, Stuttgart 1988 (jetzt gängige Ausgabe)

Kommentare:
C. E. Haskins, M. Annaei Lucani Pharsalia, with an Introduction by W. E. Heitland, London 1887, Nachdr. 1971
E. Fantham, Lucan, De bello civili book II, Cambridge 1992
R. Mayer, Lucan, Civil War VIII, Warminster 1981
C. Wick, M. Annaeus Lucanus Bellum civile Liber IX. Kommentar, München-Leipzig 2004.

Bitte lesen Sie vor dem Seminar:
1. P. H. Schrijvers, Crise poétique et poésie de crise: la réception de Lucain aux XIXe et XXe siècles, suivi d’une interprétation de la scène „César à Troie“ (La Pharsale 9, 950-999), Amsterdam 1990 (Mededelingen Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, Afdeling Letterkunde, N. R. 53, 1), 17-36 (befindet sich im Apparat)
2. R. Mayer, Neronian Classicism, in: AJPh 103 (1982), 305-318

Generell eine gute Einführung:
J. Radicke, Lucans poetische Technik. Studien zum historischen Epos, Leiden-Boston 2004

Bibliographie: http://www.klassphil.uni-mainz.de/181.php

Einführung in den Historischen Hintergrund (sehr wichtig!):
1. bellum civile: K. Christ, Krise und Untergang der Römischen Republik, Darmstadt 1979, 231-405
2. Nero: W. Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit (Oldenburg Grundriss der Geschichte 3)

Sprachdenken im Frühmittelalter (129)

Carmen Cardelle (carmen.cardelle@sglp.uzh.ch)
Di 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Dieses Seminar kann im Bachelor und im Master zu 6 oder 3 Kreditpunkten gebucht werden. Bei 3 Kreditpunkten ist der Leistungsnachweis MA „Mitarbeit“, bei 6 Kreditpunkten SA „Schriftliche Arbeit“. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden, wenn Sie das zweisemestrige Modul buchen.

Das Frühmittelalter ist die Zeit, in der Latein sich als Kultur- und Verkehrssprache im westlichen Europa etablierte. Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich und sie ist auch nicht nur pragmatisch bedingt. Im Seminar wollen wir das Sprachdenken dieser Zeit eruieren und sehen, nach welchen Prämissen Sprache beurteilt und eingesetzt wurde. Dazu werden wir nicht nur Grammatiken und verwandte Textsorten lesen, sondern auch andere Texte, in denen in unterschiedlichen Kontexten (Bibelauslegung, Predigt und Mission, Wissensvermittlung) über Sprache nachgedacht wurde.

Gellius, Noctes Atticae (549)

Anne Broger (anne.broger@sprachen.uzh.ch)
Do 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Diese Veranstaltung kann im BA und im MA als linguistisches Seminar (6 Kreditpunkte, Voraussetzung im BA: zwei Linguistik-Vorlesungen und ein Linguistik-Proseminar) oder als linguistisches Kolloquium (4 Kreditpunkte) besucht werden. Die Leistungsnachweise variieren je nach Punkt- und Teilnehmerzahl.

In dieser Veranstaltung werden anhand derjenigen Kapitel aus Aulus Gellius’ Noctes Atticae, die sich mit Sprache und Literatur befassen, sprachwissenschaftliche Themen bearbeitet und diskutiert.
Gellius’ Werk Noctes Atticae ist eine wertvolle Quelle für die antike Auseinandersetzung mit sprachlichen Problemen (z.B. richtiger Sprachgebrauch, Wortbedeutung veralteter Wörter, Etymologien), insofern als der Autor Passagen aus nicht bis auf unsere Zeit erhalten gebliebenen Werken römischer und griechischer Gelehrter zitiert und seine eigene Meinung dazu äussert.
Ziel dieser Veranstaltung sind Vermittlung und Wiederholung wichtiger Prinzipien der lateinischen Laut- und Formenlehre sowie der Wortbildung und Syntax.

Kolloquien und Blockveranstaltungen

Forschungskolloquium (884)

Ulrich Eigler, Christoph Riedweg, Carmen Cardelle, Silke-Petra Bergjan, Anne Kolb, Ulrike Babusiaux, Victor Walser
Di 18:15 – 20:00, unregelmässig
RAG 104

Termine:
Dienstag, 26.09.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Freitag, 06.10.17 14:15–18:00 (findet in Basel statt!)
Dienstag, 17.10.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 07.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 14.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 05.12.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)

Detailliertes Programm

Lektüren und Übungen

Lateinische Sprachkompetenz: Grundkurs (384)

Urs Müller (urs.mueller@sglp.uzh.ch)
Mi 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Sprachkompetenz Grundkurs kann im BA als Wahlmodul besucht werden. Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Der Lateinische Sprachkompetenz Grundkurs dient als mögliche, aber nicht verpflichtende Vorstufe zu den Lateinischen Sprachübungen (1. und 2. Teil). Zum Inhalt gehören die Repetition, Festigung und Vertiefung wichtiger Themen der Formenbildung, Kasuslehre und Syntax mit besonderem Augenmerk auf das Übersetzen vom Deutschen ins Lateinische. Daher ist die Veranstaltung besonders für Studierende gedacht, denen das Übersetzen vom Deutschen ins Lateinische grössere Schwierigkeiten bereitet. Bitte lassen Sie sich bei Bedarf vom Dozenten Christian Utzinger beraten. In seiner Veranstaltung „Lateinische Sprachübungen, 1. Teil“ findet in der ersten Semesterwoche ein Einstufungstest statt mit dem Ziel, die optimale Kurswahl zu treffen (Di 19.09.17, 10:15 – 12:00). Daher beginnt der „Lateinische Sprachkompetenz Grundkurs“ erst in der 2. Semesterwoche (Mittwoch, 27. September 2017).

Folgende Bücher werden für den Grundkurs (und die Sprachübungen) in Latein benötigt:
- Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearb. von R. Heine, 12. korr. Aufl., München 1995.
- Vischer, Rüdiger. Lateinische Wortkunde für Anfänger und Fortgeschrittene, 4. unver. Aufl. (= 3. durchges. und erw. Aufl., Stuttgart 2001), Berlin 2007.

Beginn: in der 2. Semesterwoche

Lateinische Sprachübungen, 1. Teil (391)

Christian Utzinger (christian.utzinger@sglp.uzh.ch)
Di 10:15 – 12:00
RAG 105

vgl. 2. Teil

Lateinische Sprachübungen, 2. Teil (392)

Christian Utzinger (christian.utzinger@sglp.uzh.ch)
Mi 12:15 – 13:45
RAG 105

1. Teil: Dienstag 10:15 – 11:45
2. Teil: Mittwoch 12:15 – 13:45

Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden in beiden Teilen je 4 Kreditpunkte erworben.

Die Sprachübungen dienen der Repetition und Vertiefung der Grammatikkenntnisse und der Grundlegung einer aktiven Sprachbeherrschung. Der Grammatik wird v.a. anhand von Übersetzungen vom Deutschen ins Lateinische eingeübt.
Die Sprachübungen werden in der Regel während zweier Semester besucht (1. und 2. Teil). Ausreichende Leistungen in beiden Teilen sind Voraussetzung für die Anmeldung zur literarischen Akzessprüfung.
Themen des 1. Teils (Di 10:15–11:45): Kongruenz, Kasuslehre, Tempora, Infinitiv, nd-Formen
Themen des 2. Teils (Mi 12:15–13:45): Modi, Consecutio temporum, Nebensätze, Partizip
(Übungsmaterial zur Repetition und Vorbereitung wird am Kursanfang verschickt oder findet sich auf der E-Learning-Plattform des Seminars [unter Studium].)
Hinweis zum 1. Teil: Für alle, die im HS 17 mit den Sprachübungen beginnen, findet in der ersten Sitzung (Di, 19.09.17) ein Eintrittstest zur Standortbestimmung statt. Aufgrund der Resultate werden allenfalls Umteilungen in den Kurs „Sprachkompetenz Grundkurs“ vorgenommen.

Folgende Bücher werden benötigt:
Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearb. von R. Heine, 12. korr. Aufl., München 1995.
Vischer, Rüdiger. Lateinische Wortkunde für Anfänger und Fortgeschrittene, 4. unver. Aufl. (= 3. durchges. und erw. Aufl., Stuttgart 2001), Berlin 2007.
(Vorrätig in der Buchhandlung Klio, Zähringerstr. 45, 8001 Zürich.)

Lateinische Kursorische Lektüre: Vergil, Aeneis Buch 6 (408)

Anita Harangozo (anita.harangozo@sglp.uzh.ch)
Do 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Im 6. Buch der Aeneis steigt Aeneas unter Führung der Sibylle von Cumae in die Unterwelt hinab (Katabasis in der Tradition des homerischen Odysseus). Dort erhält er (und mit ihm der Leser) nicht nur einen einmaligen Einblick in die Topographie der Unterwelt, sondern er trifft auch auf verschiedene Gestalten seiner eigenen Vergangenheit wie seine Geliebte Dido und seinen Vater Anchises. Dieser kündigt ihm die Grösse und Macht des künftigen Roms an. Ziel dieses Lektüre-Kurses ist es, Buch 6 der Aeneis komplett zu lesen und dabei möglichst viel Routine beim Übersetzen zu erwerben und die Sprachkenntnisse zu festigen. In diesem Sinne richtet sich der Kurs besonders an Studierende, die sich in der Vorbereitung für den literarischen Akzess befinden, steht aber auch für alle anderen Interessierten offen. 

Text:
Wir arbeiten mit der Oxford-Edition von R.A.B. Mynors: P. Vergili Maronis Opera. Recognovit brevique adnotatione critica instruxit R.A.B. Mynors, Oxonii 1969.

Eine Kopiervorlage findet sich im Seminarapparat im Erdgeschoss der Bibliothek. Weitere Editionen, Kommentare und Übersetzungen sowie ein genauer Lektüreplan werden in der ersten Stunde bekanntgegeben.

Vorbereitung auf die erste Sitzung: 
Nach einer kurzen Einführung starten wir bereits in der ersten Sitzung (Donnerstag, 21.09.17) mit der gemeinsamen Lektüre. Die Teilnehmenden werden daher gebeten, die Verse 1-41 vorzubereiten.

Lateinische Übersetzungsübungen (410)

Cornelia Ritter (cornelia.ritter@sglp.uzh.ch)
Mo 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Diese Lehrveranstaltung richtet sich in erster Linie an Studierende, die in nächster Zeit die lateinische Akzessprüfung (Lektürekompetenz Selbststudium) in Angriff nehmen wollen. Sie kann aber auch von anderen Interessenten, die ihr Übersetzungshandwerk auffrischen oder verfeinern möchten, gewinnbringend besucht werden.
In insgesamt sieben Sitzungen übersetzen die Teilnehmenden unter akzessähnlichen Bedingungen alte Prüfungstexte (Prosa und Poesie) schriftlich ins Deutsche. Die korrigierten Übersetzungen werden in der darauffolgenden Woche gemeinsam besprochen. Somit bietet die Veranstaltung Gelegenheit, sich der Akzesssituation probeweise auszusetzen, den eigenen Lernfortschritt zu überprüfen und dabei die Sprachkompetenz zu steigern sowie den passiven Wortschatz zu vergrössern. Eine Teilnahme – ausdrücklich auch eine mehrfache – sei daher allen Studierenden, welche die Akzessprüfung im Blick haben, dringend empfohlen.
Nach einer kurzen Einführung zu Prüfungsvorbereitung und Übersetzungstechnik fertigen die Teilnehmenden bereits in der ersten Sitzung die erste Übersetzung an.

Lateinische Stilübungen, 3. Teil (436)

Joachim Fugmann (Joachim.Fugmann@uni-konstanz.de)
Fr 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Die Veranstaltung schliesst den dreistufigen Zyklus der deutsch-lateinischen Stilübungen ab. Sie baut auf den Übungen der letzten beiden Semester auf, kann jedoch auch unabhängig besucht werden. Der Schwerpunkt wird einerseits auf der Einübung von Übersetzungstechniken für das erfolgreiche Bestehen der Diplomklausur liegen, andererseits die Erarbeitung grundlegender sprachlich-stilistischer Unterschiede zwischen den beiden Sprachen fortführen. Die Texte werden vorwiegend den rhetorischen Schriften Ciceros entnommen sein, aber auch deutsche Originaltexte umfassen. Für die erste Sitzung ist eine Übungsklausur vorgesehen.

Mittellatein

Vorlesungen

Literaturgeschichte V: Spätmittelalter (2606)

Carmen Cardelle (carmen.cardelle@sglp.uzh.ch)
Mi 10:15 – 12:00
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Im Spätmittelalter versiegt oder vermindert sich die Produktion lateinischer Schriften in Gattungen wie der Epik, der weltlichen Lyrik oder dem geistlichen Spiel, in denen die Volkssprachen als Literatursprachen die Oberhand gewinnen. In der lateinischen Literatur werden wissensvermittelnden Textsorten und Schriften, die die religiöse Erfahrung in ihrer ganzen Breite abdecken (von der Kanonistik bis zur Mystik, von den Streitschriften bis zu den Predigten) dominant. Beim Publikum dieser Literatur gibt es ebenfalls eine Verschiebung: Immer mehr Laien sind in der Lage Latein zu lesen, eine neue literarische Öffentlichkeit konstituiert sich um die Universitäten. In den norditalienischen Städten erwachen ein Interesse an der antiken Literatur, fernab von jeder praktischen Nutzbarmachung, und ein Bestreben, Latein als Sprache der schönen Literatur zu etablieren und nach antiken Modellen zu formen. Wir nennen diese Bewegung Humanismus, sie wird in der Frühen Neuzeit einen europaweiten Einfluss ausüben.

In der Vorlesung werden wichtige Autoren und Textsorten vorgestellt; in der anschließenden Übung bekommt man die Gelegenheit, sie anhand von repräsentativen Textbeispielen kennenzulernen.

Seminare

Sprachdenken im Frühmittelalter (129)

Carmen Cardelle (carmen.cardelle@sglp.uzh.ch)
Di 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Dieses Seminar kann im Bachelor und im Master zu 6 oder 3 Kreditpunkten gebucht werden. Bei 3 Kreditpunkten ist der Leistungsnachweis MA „Mitarbeit“, bei 6 Kreditpunkten SA „Schriftliche Arbeit“. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden, wenn Sie das zweisemestrige Modul buchen.

Das Frühmittelalter ist die Zeit, in der Latein sich als Kultur- und Verkehrssprache im westlichen Europa etablierte. Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich und sie ist auch nicht nur pragmatisch bedingt. Im Seminar wollen wir das Sprachdenken dieser Zeit eruieren und sehen, nach welchen Prämissen Sprache beurteilt und eingesetzt wurde. Dazu werden wir nicht nur Grammatiken und verwandte Textsorten lesen, sondern auch andere Texte, in denen in unterschiedlichen Kontexten (Bibelauslegung, Predigt und Mission, Wissensvermittlung) über Sprache nachgedacht wurde.

Kolloquien und Blockveranstaltungen

Forschungskolloquium (884)

Ulrich Eigler, Christoph Riedweg, Carmen Cardelle, Silke-Petra Bergjan, Anne Kolb, Ulrike Babusiaux, Victor Walser
Di 18:15 – 20:00, unregelmässig
RAG 104

Termine:
Dienstag, 26.09.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Freitag, 06.10.17 14:15–18:00 (findet in Basel statt!)
Dienstag, 17.10.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 07.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 14.11.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)
Dienstag, 05.12.17, 18:15–ca. 19:45 (RAG-1-104)

Detailliertes Programm

Spezialkurse

Spezialkurs: Poetische Bauformen im Mittelalter (394)

Dörthe Führer (doerthe.fuehrer@sglp.uzh.ch)
Do 10:15 – 12:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben. In der lateinischen Philologie kann der Spezialkurs als „Kolloquium“ angerechnet werden.

In diesem Spezialkurs beschäftigen wir uns mit der metrischen und rhythmischen Dichtung des Mittelalters. Dazu werden zunächst die antiken Grundlagen kurz eingeführt und ihre weitere Entwicklung nachgezeichnet, danach wenden wir uns den spezifisch mittelalterlichen Formen zu. Wir beschäftigen uns mit Silbenmessung und Betonungsregeln, Reimschemata sowie Vers- und Strophenbau. Dabei wollen wir uns einerseits mit den am weitesten verbreiteten Formen vertraut machen und andererseits ein möglichst breites Spektrum von unterschiedlichen Gedichttypen abdecken. Ziel der Veranstaltung ist es, dass die Teilnehmer die formale Struktur eines unbekannten poetischen Textes herausarbeiten und korrekt beschreiben können. Bedingung für das Bestehen ist regelmässige aktive Teilnahme und eine schriftliche Prüfung.

Spezialkurs: Handschriften-Exkursion Dijon (446)

Carmen Cardelle (carmen.cardelle@sglp.uzh.ch)
Mo 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben. In der lateinischen Philologie kann der Spezialkurs als „Kolloquium“ angerechnet werden.

In der Bibliothèque municipale de Dijon wird eine monastische Bibliothek von besonderem bibliotheksgeschichtlichen Interesse aufbewahrt, nämlich die Büchersammlung des Klosters Cîteaux. Die Exkursionsvorbereitung umfasst eine Einführung in den Umgang mit Büchern im Zisterzienserorden sowie eine Einleitung in die Handschriftenbeschreibung. Während des dreitägigen Aufenthaltes in Dijon (22.–24. November) wird jeder Teilnehmer sich mit einer Handschrift intensiv beschäftigen und sie anschließend der Gruppe vorstellen. Die Anmeldung muss verbindlich bis zum 13. August bei Dario Binotto (dario.binotto@sglp.uzh.ch) erfolgen, der auch weitere Auskünfte erteilen kann.

Lektüren und Übungen

Mittelalterliche Geheimschriften

Andreas Nievergelt (andreas.nievergelt@uzh.ch)
Di 12:15-13:45
UZZ

Information für BA- und MA-Studierende: Das Modul ist als Carta bianca, mittlerer Aufwand buchbar. Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Im mittelalterlichen Schreibwesen war der Gebrauch von Geheimschriften weit verbreitet. Auch eine Reihe bedeutender Sprachdenkmäler aus der frühen Geschichte der deutschen und anderer germanischen Sprachen, insbesondere Textglossen, sind kryptographisch aufgezeichnet worden. In unserer Übung werden wir uns den mittelalterlichen Geheimschriften zunächst schriftsystematisch und überblicksartig in ihrer ganzen Vielfalt widmen, um dann diejenigen näher kennenzulernen, die für die althochdeutsche, altsächsische, altenglische und mittelhochdeutsche Überlieferung von Bedeutung sind. Die Teilnehmenden stellen im Rahmen jeweils einer Sitzung eine bestimmte Geheimschrift und betroffene Quellen vor. Eines der Hauptziele der Veranstaltung wird sein, die pragmatischen Hintergründe hinter der Verwendung der mittelalterlichen Kryptographie aufzuschliessen.

Grundkurs I: Übersetzung (176)

Maximilian Gamer (maximilian.gamer@sglp.uzh.ch)
Do 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Ziele des Grundkurses sind es, die Kenntnisse der lateinischen Grammatik aufzufrischen und zu festigen, das Leseverständnis zu verbessern und die korrekte Wiedergabe des lateinischen Textes einzuüben. Dafür werden wir lateinische Texte des Mittelalters lesen und kommentieren, so dass die Teilnehmer mit den verschiedenen Registern und sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Zeit vertraut werden.

Kursorische Lektüre: Mohammeds Jenseitsvision: der Liber scalae Mahometi (418)

Philipp Roelli (philipp.roelli@sglp.uzh.ch)
Mi 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Der Liber scalae Mahometi ist im Umfeld von Alfonso X “el sabio” (Mitte 13. Jh.) von einer verlorenen arabischen Vorlage ins Lateinische übersetzt worden, dem kitāb al-miʿrāǧ. Der Aufstieg des Propheten auf einer Leiter in den Himmel (arab. miʿrāǧ, von ʿaraǧa ‘aufsteigen’) kommt im Qur’an nicht vor, er entwickelt sich aus zwei Andeutungen, der Prophet sei bei Gott gewesen (Suren 53 und 81) aber zu einer verbreiteten Tradition, deren ausführlichster Zeuge unser Text ist. In 85 Kapiteln wird das muslimische Jenseits detailliert beschrieben, wobei der Prophet in der ersten Person spricht. Zusammen mit Engel Gabriel stiegt er durch die sieben Himmel empor, in denen er je einen Propheten, u.a. Christus, antrieb. Zuoberst trifft er Gott persönlich, der ihm den Qur’an übergibt und 50 Gebete pro Tag von den Gläubigen fordert. (Schließlich wird die Zahl auf 5 reduziert.) Auch Himmel und Hölle werden ausführlich beschrieben, so dass man sich zwangsläufig überlegt, ob Dante mit dieser Tradition vertraut war. Während dem Semester lesen wir größere Ausschnitte dieses Textes, der in einfachem Latein geschrieben ist, und einige lateinische Parallelstellen. Daneben besprechen wir das Islambild des mittelalterlichen Christentums.

Religionsgeschichte der griechisch-römischen Antike

Vorlesungen

Vorlesung griechische Literatur: Geschichtsschreibung (30)

Christoph Riedweg (christoph.riedweg@sglp.uzh.ch)
Fr 10:15 – 12:00
UZZ KOL-E-21

Information für BA- und MA-Studierende: Diese literarische Vorlesung kann zu 2 Kreditpunkten oder zu 4 Kreditpunkten (als „Kolloquium“) gebucht werden. Der Leistungsnachweis für 2 Kreditpunkte wird durch PR „Prüfung“ erbracht. Für 4 Kreditpunkte wird ausserdem mit dem/der Dozierenden eine Zusatzleistung vereinbart. Die Vorlesung ist auch für das Studium generale geeignet.

Griechische Geschichtsschreibung erschöpft sich kaum je in der schlichten Aufzählung militärischer Ereignisse und Fakten. Seit Herodot, dem "Vater der Geschichte" (Cicero), ist vielmehr charakteristisch für sie, dass eine Fülle geographischer, ethnographischer und kulturgeschichtlicher Informationen mitberücksichtigt wird. Das aus schriftlichen Quellen sowie eigener 'Erkundung' (historíē) gewonnene Material wird dabei einer konsequenten literarischen Gestaltung unterworfen (zu erkennen u. a. an der Verwendung fiktiver Elemente wie ausgedehnter Reden oder tragödienähnlicher Handlungsverläufe).
Diesem literarischen Aspekt soll in der Vorlesung besondere Beachtung geschenkt werden. Nach dem Versuch einer Gattungsbestimmung und Hinweisen auf die Wurzeln in der epischen Dichtung, der Kolonisationstätigkeit und der ionischen Naturphilosophie wird im ersten Teil anhand der Prooimien ein Überblick über die wichtigsten griechischen Historiker – von Herodot über Thukydides, Polybios, Diodor bis hin zu Flavius Josephus, dem Kirchenhistoriker Eusebios und dem Frühbyzantiner Prokop – gegeben. Im zweiten Teil sollen ausgewählte Passagen aus den Klassikern Herodot und Thukydides sowie Polybios eingehend erörtert und analysiert werden. –
Alle in der Vorlesung behandelten Texte werden auch in deutscher Übersetzung vorgelegt.

Zur Einführung empfohlen: K. Meister, Die griechische Geschichtsschreibung. Von den Anfängen bis zum Ende des Hellenismus, Stuttgart/Berlin/Köln 1990; O. Lendle, Einführung in die griechische Geschichtsschreibung. Von Hekataios bis Zosimos, Darmstadt 1992.

Proseminare

Mark Aurel, Selbstgespräche (87)

Christoph Riedweg (christoph.riedweg@sglp.uzh.ch)
Mi 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Dieses literarische Proseminar kann im BA als Proseminar I, Proseminar II oder Proseminar für Religionsgeschichte (benotet) gebucht werden. Der Leistungsnachweis wird durch RE „Referat“ (= Sitzungsleitung sowie ein kurzes Impulsreferat) und SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 6 Kreditpunkte erworben. Die Arbeit kann während des Folgesemesters geschrieben werden.

Die ungebrochene Aktualität der ethischen Reflexionen Mark Aurels zeigt sich u. a. daran, dass sie Politikern wie Nelson Mandela und Helmut Schmidt als Quelle der Inspiration dienten. In Kurzreferaten und Sitzungsleitungen soll der philosophische, historische und soziokulturelle Hintergrund dieses wichtigen Zeugnisses der kaiserzeitlichen Stoa erschlossen werden. –
Wie immer im Herbstsemester, richtet sich das Proseminar, das mit einer allgemeinen Einführung in die Methoden der Klassischen Philologie beginnt, in erster Linie an Studierende der Gräzistik, steht jedoch auch anderen Interessierten offen (u. a. Kulturwissenschaft der Antike, Philosophie, Religionswissenschaft, Geschichte).

Zur Anschaffung empfohlene Ausgabe: Marci Aurelii Antonini Ad se ipsum libri XII, edidit J. Dalfen (Bibliotheca Teubneriana), Leipzig 21987 = Berlin, Boston 2012.

Seminare

Athenischer Alltag vor Gericht (66)

Gunther Martin, Victor Walser (gunther.martin@sglp.uzh.ch, victor.walser@hist.uzh.ch )
Mi 16:15 – 18:00
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Literarische Seminare setzen im BA die Akzessprüfung voraus. Je nach Studienprogramm werden unterschiedliche Seminare verlangt (s. Wegleitung/Studienordnung). Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“, RE „Referat“ und meist zusätzlich durch SA „Schriftliche Arbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden je nach Modul 3, 6, 9 oder 12 (nur Lehrdiplom) Kreditpunkte erworben.

Beim Namen Demosthenes denkt man zunächst an die berühmten Philippiken oder die Kranzrede. Wenn ein Athener im 4. Jh. v.Chr. einen anderen vor Gericht brachte und sich dafür ein Plädoyer von einem professionellen Redenschreiber wie Demosthenes abfassen liess, ging es aber meist um alltägliche Konflikte, etwa Erbstreitigkeiten, Konflikte zwischen Eheleuten oder betrügerische Geschäftsbeziehungen. Und solche Reden, die mitten in das Alltagsleben im klassischen Athen führen und es als Quellen in einmaliger Weise beleuchten, sind es, die den Grossteil des demosthenischen Corpus ausmachen. Dabei stellen sie die Eloquenz des Demosthenes nicht weniger unter Beweis als diejenigen mit politischem Inhalt. Denn Demosthenes zeichnet keine möglichst verständlichen und wahrheitsgetreuen Bilder des Alltags, sondern präsentiert vielmehr eine subjektive Sicht des Sachverhalts und der Rechtslage und versucht mit allen zur Verfügung stehenden rhetorischen Mitteln, die Richter von „seiner“ Wahrheit (bzw. der seines Klienten) zu überzeugen. Die Reden erschliessen sich dem modernen Leser deshalb erst dann vollumfänglich, wenn sowohl der historische Hintergrund in seinen verschiedenen Facetten als auch die Rhetorik in der Präsentation aufgeklärt wird. Das Seminar ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Seminar. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Diskussion und Analyse ausgewählter Reden. Auf der philologischen Seite steht dabei die Analyse der Rhetorik – stilistisch wie strategisch – im Vordergrund.
Zur Einführung empfohlen wird D.M. MacDowell, Demosthenes the Orator, Oxford 2009. Neuere Biographien (z.B. I. Worthington, Demosthenes of Athens and the fall of classical Greece, Oxford 2013; W. Will, Demosthenes, Darmstadt 2013) fassen v.a. den Politiker ins Auge. Zur Einleitung ins Prozesswesen und ausgewählte historische Aspekte eignet sich C. Carey & R.A. Reid, Demosthenes. Selected private speeches, Cambridge 1985. Gute Übersetzungen liegen jetzt in einer von M. Gagarin herausgegebenen Reihe vor (Austin TX, 2003–2011).
Die beste Einleitung in die antike Rhetorik stammt von M. Fuhrmann (Die antike Rhetorik, 6. Auflage, Mannheim 2011).
Für die philologische Arbeit am Text dient die Ausgabe von Dilts (OCT) als Grundlage. Kopiervorlagen werden per OLAT zur Verfügung gestellt.

Lektüren und Übungen

Griechische Sprachübungen, 1. Teil (2067)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Mo 8:00 – 9:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

In den griechischen Sprachübungen werden die aus dem Gymnasium oder aus dem Graecumskurs vorhandenen Kenntnisse der griechischen Grammatik, Stilistik und Semantik aufgefrischt und vertieft. Zu diesem Zweck wird die Grammatik (Bornemann / Risch) in zwei Semestern systematisch durchgearbeitet; ausserdem werden Formenkenntnisse und Wortschatz (Meyer / Steinthal) gefestigt und ausgebaut. Der Fokus liegt auf dem Erwerb einer aktiven Sprachbeherrschung, die anhand der Übersetzung von Einzelsätzen und kleinen Texten aus dem Deutschen ins Altgriechische eingeübt wird.
Im HS (Kurs I) werden insbesondere die Formenlehre, die Syntax des einfachen Satzes und die Kasuslehre behandelt, im FS (Kurs II) die Syntax von Haupt- und Nebensatz mit Fokus auf Aspekt, Modus, Infinitiv und Partizip.
Ein Einstieg in Kurs II ist auch ohne vorherigen Besuch von Kurs I möglich (z.B. im Anschluss an die erfolgreich absolvierte Graecumsprüfung im Januar). Es besteht die Möglichkeit (und wird gerade Neueinsteigern empfohlen), parallel im FS auch noch die Übung "Griechische Sprachkompetenz Grundkurs" zu besuchen, deren Schwerpunkt auf der Erarbeitung und Festigung der Formenlehre liegt.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Meyer, Thomas / Steinthal, Hermann: Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart u.a. 1993) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].
- Kaegi, Adolf, Repetitionstabellen zur kurzgefassten griechischen Schulgrammatik (Zürich u.a. 1993).

Graecum I (2068)

Franziska Egli (franziska.egli@sglp.uzh.ch)
Di 15:00 – 18:00, Fr 8:00 – 9:45
UZZ KO2-D-54

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird in Teil 1 und 2 durch MA „Mitarbeit“, in Teil 3 durch PR „Prüfung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden jeweils 4 Kreditpunkte erworben. Latein-Studierende können sich die Graecum-Module über das Studium generale im Freien Wahlbereich anrechnen lassen.

Siehe www.graecum.uzh.ch.

Graecum III (2069)

Ruth Harder (ruth.harder@sglp.uzh.ch)
Di 8:00 – 9:45, Fr 14:00 – 15:45
UZZ KO2-D-54

Siehe www.graecum.uzh.ch.

Lateinische Sprachkompetenz: Grundkurs (384)

Urs Müller (urs.mueller@sglp.uzh.ch)
Mi 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Sprachkompetenz Grundkurs kann im BA als Wahlmodul besucht werden. Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Der Lateinische Sprachkompetenz Grundkurs dient als mögliche, aber nicht verpflichtende Vorstufe zu den Lateinischen Sprachübungen (1. und 2. Teil). Zum Inhalt gehören die Repetition, Festigung und Vertiefung wichtiger Themen der Formenbildung, Kasuslehre und Syntax mit besonderem Augenmerk auf das Übersetzen vom Deutschen ins Lateinische. Daher ist die Veranstaltung besonders für Studierende gedacht, denen das Übersetzen vom Deutschen ins Lateinische grössere Schwierigkeiten bereitet. Bitte lassen Sie sich bei Bedarf vom Dozenten Christian Utzinger beraten. In seiner Veranstaltung „Lateinische Sprachübungen, 1. Teil“ findet in der ersten Semesterwoche ein Einstufungstest statt mit dem Ziel, die optimale Kurswahl zu treffen (Di 19.09.17, 10:15 – 12:00). Daher beginnt der „Lateinische Sprachkompetenz Grundkurs“ erst in der 2. Semesterwoche (Mittwoch, 27. September 2017).

Folgende Bücher werden für den Grundkurs (und die Sprachübungen) in Latein benötigt:
- Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearb. von R. Heine, 12. korr. Aufl., München 1995.
- Vischer, Rüdiger. Lateinische Wortkunde für Anfänger und Fortgeschrittene, 4. unver. Aufl. (= 3. durchges. und erw. Aufl., Stuttgart 2001), Berlin 2007.

Beginn: in der 2. Semesterwoche

Lateinische Sprachübungen, 1. Teil (391)

Christian Utzinger (christian.utzinger@sglp.uzh.ch)
Di 10:15 – 12:00
RAG 105

vgl. 2. Teil

Lateinische Sprachübungen, 2. Teil (392)

Christian Utzinger (christian.utzinger@sglp.uzh.ch)
Mi 12:15 – 13:45
RAG 105

1. Teil: Dienstag 10:15 – 11:45
2. Teil: Mittwoch 12:15 – 13:45

Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden in beiden Teilen je 4 Kreditpunkte erworben.

Die Sprachübungen dienen der Repetition und Vertiefung der Grammatikkenntnisse und der Grundlegung einer aktiven Sprachbeherrschung. Der Grammatik wird v.a. anhand von Übersetzungen vom Deutschen ins Lateinische eingeübt.
Die Sprachübungen werden in der Regel während zweier Semester besucht (1. und 2. Teil). Ausreichende Leistungen in beiden Teilen sind Voraussetzung für die Anmeldung zur literarischen Akzessprüfung.
Themen des 1. Teils (Di 10:15–11:45): Kongruenz, Kasuslehre, Tempora, Infinitiv, nd-Formen
Themen des 2. Teils (Mi 12:15–13:45): Modi, Consecutio temporum, Nebensätze, Partizip
(Übungsmaterial zur Repetition und Vorbereitung wird am Kursanfang verschickt oder findet sich auf der E-Learning-Plattform des Seminars [unter Studium].)
Hinweis zum 1. Teil: Für alle, die im HS 17 mit den Sprachübungen beginnen, findet in der ersten Sitzung (Di, 19.09.17) ein Eintrittstest zur Standortbestimmung statt. Aufgrund der Resultate werden allenfalls Umteilungen in den Kurs „Sprachkompetenz Grundkurs“ vorgenommen.

Folgende Bücher werden benötigt:
Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearb. von R. Heine, 12. korr. Aufl., München 1995.
Vischer, Rüdiger. Lateinische Wortkunde für Anfänger und Fortgeschrittene, 4. unver. Aufl. (= 3. durchges. und erw. Aufl., Stuttgart 2001), Berlin 2007.
(Vorrätig in der Buchhandlung Klio, Zähringerstr. 45, 8001 Zürich.)

Griechische Übersetzungsübungen (399)

Laura Napoli (laura.napoli@sglp.uzh.ch)
Fr 14:00 – 15:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Dieser Kurs richtet sich in erster Linie an Studierende, die in nächster Zeit die literarische Akzessprüfung (Lektürekompetenz Selbststudium) in Angriff nehmen wollen, er kann aber auch von anderen Interessenten, die ihr Übersetzungshandwerk auffrischen oder verfeinern möchten, gewinnbringend besucht werden. In jeder zweiten Woche übersetzen die Teilnehmenden unter akzessähnlichen Bedingungen ausgewählte Prosa- und Poesietexte quer durch das literarische Spektrum schriftlich ins Deutsche. Hierbei werden hauptsächlich alte Prüfungstexte vorgelegt. Die korrigierte Übersetzung wird in der darauf folgenden Sitzung gemeinsam besprochen, wobei die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmenden im Vordergrund stehen sollen.
Die Übersetzungsübungen stützen sich insbesondere auf die aus den Sprachübungen I und II bekannten Grundlagewerke:
- E. Bornemann, E. Risch, Griechische Grammatik (Frankfurt am Main 21978) [mehrere Nachdrucke]
- Th. Meyer, H. Steinthal, Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart 1993) [mehrere Nachdrucke].

Griechische Kursorische Lektüre: Lysias (407)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 12:15 – 14:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Lysias (5. / 4. Jh. v.Chr.) gilt als Meister der Logographie. Seine Sprache und sein Stil stehen für Einfachheit, Klarheit und Reinheit des Attischen. Sein Geschick in der Charakterzeichnung (Ethopoiie) war bereits in der Antike berühmt.

Lysias’ Reden geben Einblicke in das Leben und die politischen Unruhen in Athen nach dem peloponnesischen Krieg. Lysias war Metöke. Er lebte eine Zeit lang im unteritalischen Thurioi, wo er Rhetorik bei Teisias gelernt haben soll. In Piräus erbte er gemeinsam mit seinem Bruder Polemarchos die prosperierende Schildfabrik des Vaters. Doch unter der Gewaltherrschaft der Dreissig wurde das Vermögen der demokratisch gesinnten Familie konfisziert, Polemarchos wurde hingerichtet und Lysias selbst konnte nur mit knapper Not entkommen. Nach dem Sturz der Dreissig klagte Lysias Eratosthenes an, der für den Tod seines Bruders hauptverantwortlich war. Mit der Lektüre dieser Rede (Or. 12), die Lysias als einzige selber vor Gericht gehalten haben dürfte und die als Hauptquelle für sein Leben dient, beginnen wir den Kurs.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Studierenden und ist besonders als Vorbereitung auf den literarischen Akzess angelegt: Anhand eines grösseren Textcorpus werden Übersetzungsfertigkeiten unter Anleitung eingeübt und vertieft, Übersetzungsvarianten diskutiert und Grammatik-Probleme erörtert. Ein attischer Redner gehört zu den empfohlenen Lektürevorschlägen für die Zwischenprüfung.

Wir arbeiten mit der Oxford-Edition:
Lysiae orationes cum fragmentis recognovit brevique adnotatione critica instruxit C. Carey. Oxonii 2007 [Oxford Classical Texts].
Eine Kopiervorlage befindet sich im Semesterapparat.

Weitere Editionen, Kommentare und Übersetzungen werden in der ersten Sitzung vorgestellt.

Vorbereitung auf die erste Sitzung: Or. 12,1-7 (bis περὶ πολλοῦ ἐποιοῦντο).

Lateinische Kursorische Lektüre: Vergil, Aeneis Buch 6 (408)

Anita Harangozo (anita.harangozo@sglp.uzh.ch)
Do 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Im 6. Buch der Aeneis steigt Aeneas unter Führung der Sibylle von Cumae in die Unterwelt hinab (Katabasis in der Tradition des homerischen Odysseus). Dort erhält er (und mit ihm der Leser) nicht nur einen einmaligen Einblick in die Topographie der Unterwelt, sondern er trifft auch auf verschiedene Gestalten seiner eigenen Vergangenheit wie seine Geliebte Dido und seinen Vater Anchises. Dieser kündigt ihm die Grösse und Macht des künftigen Roms an. Ziel dieses Lektüre-Kurses ist es, Buch 6 der Aeneis komplett zu lesen und dabei möglichst viel Routine beim Übersetzen zu erwerben und die Sprachkenntnisse zu festigen. In diesem Sinne richtet sich der Kurs besonders an Studierende, die sich in der Vorbereitung für den literarischen Akzess befinden, steht aber auch für alle anderen Interessierten offen. 

Text:
Wir arbeiten mit der Oxford-Edition von R.A.B. Mynors: P. Vergili Maronis Opera. Recognovit brevique adnotatione critica instruxit R.A.B. Mynors, Oxonii 1969.

Eine Kopiervorlage findet sich im Seminarapparat im Erdgeschoss der Bibliothek. Weitere Editionen, Kommentare und Übersetzungen sowie ein genauer Lektüreplan werden in der ersten Stunde bekanntgegeben.

Vorbereitung auf die erste Sitzung: 
Nach einer kurzen Einführung starten wir bereits in der ersten Sitzung (Donnerstag, 21.09.17) mit der gemeinsamen Lektüre. Die Teilnehmenden werden daher gebeten, die Verse 1-41 vorzubereiten.

Griechische Stilübungen I (435)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 8:00 – 8:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Die griechischen Stilübungen I+II schliessen an die griechischen Sprachübungen I+II an und setzen diese auf höherem Niveau fort. Ausgewählte Themen der Grammatik (Bornemann / Risch) werden repetiert; hinzu kommt die Ebene der Idiomatik und der Phraseologie. Beide Kurse können unabhängig voneinander besucht werden. Da sie inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, wird ein gleichzeitiger Besuch beider Übungen empfohlen.

Im Fokus der Stilübungen I stehen zusammenhängende Texte, die vom Deutschen in ein möglichst authentisches Altgriechisch (klassisches Attisch) übersetzt werden. Es wird zwischen der Rückübersetzung griechischer Originaltexte und der Übertragung deutscher Originaltexte unterschieden. Die Übersetzungen werden gemeinsam in der Stunde oder als Hausaufgabe angefertigt, gegenseitig korrigiert und zu zweit oder in der Gruppe diskutiert. Die beiden Prüfungen in der Mitte und am Ende des Semesters werden unter denselben Bedingungen wie die Lehrdiplom-Sprachkompetenzprüfung durchgeführt und dienen daher auch als Vorbereitung für Lehramtskandidaten.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Meyer, Thomas / Steinthal, Hermann: Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch (Stuttgart u.a. 1993) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].
- Kaegi, Adolf, Repetitionstabellen zur kurzgefassten griechischen Schulgrammatik (Zürich u.a. 1993).

Lateinische Stilübungen, 3. Teil (436)

Joachim Fugmann (Joachim.Fugmann@uni-konstanz.de)
Fr 16:15 – 18:00
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 4 Kreditpunkte erworben.

Die Veranstaltung schliesst den dreistufigen Zyklus der deutsch-lateinischen Stilübungen ab. Sie baut auf den Übungen der letzten beiden Semester auf, kann jedoch auch unabhängig besucht werden. Der Schwerpunkt wird einerseits auf der Einübung von Übersetzungstechniken für das erfolgreiche Bestehen der Diplomklausur liegen, andererseits die Erarbeitung grundlegender sprachlich-stilistischer Unterschiede zwischen den beiden Sprachen fortführen. Die Texte werden vorwiegend den rhetorischen Schriften Ciceros entnommen sein, aber auch deutsche Originaltexte umfassen. Für die erste Sitzung ist eine Übungsklausur vorgesehen.

Griechische Stilübungen II (451)

Nicola Schmid (-Dümmler) (nicola.schmid@sglp.uzh.ch)
Do 9:00 – 9:45
RAG 104

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch SU „Schriftliche Übung“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Die griechischen Stilübungen I+II schliessen an die griechischen Sprachübungen I+II an und setzen diese auf höherem Niveau fort. Ausgewählte Themen der Grammatik (Bornemann / Risch) werden repetiert; hinzu kommt die Ebene der Idiomatik und der Phraseologie. Beide Kurse können unabhängig voneinander besucht werden. Da sie inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, wird ein gleichzeitiger Besuch beider Übungen empfohlen.

Die Stilübungen II dienen als Vertiefung der Stilübungen I: Griechische Originaltexte klassisch-attischer Prosaautoren werden hinsichtlich ihrer sprachlichen und stilistischen Ausgestaltung untersucht. Wir arbeiten insbesondere mit den Texten, die in den Stilübungen I vom Deutschen ins Griechische übersetzt werden. Ferner werden ausgewählte Grammatikthemen gezielt eingeübt.

Arbeitsgrundlagen (obligatorisch anzuschaffen; alle Bücher sind in der Buchhandlung KLIO vorrätig):
- Bornemann, Eduard / Risch, Ernst: Griechische Grammatik (Frankfurt a.M. 1973) [mehrere Nachdrucke].
- Menge, Hermann / Schäfer, Karl-Heinz / Zimmermann, Bernhard: Langenscheidts Taschenwörterbuch der griechischen und deutschen Sprache (Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altgriechisch) (Berlin et al. 1986) [mehrere Nachdrucke].