Ägyptologie

Die Altertumswissenschaften bieten die in Zürich einzigartige Möglichkeit, sich vertieft mit der spannenden und sehr wirkungsmächtigen ägyptischen Kultur, Sprache und Literatur zu beschäftigen. Altägypten spielte in der Antike eine bedeutende Rolle im Kulturkontakt zwischen Afrika (z. B. Nubien), Asien (z. B. Palästina) und Europa (z. B. Kreta). Für das Verständnis der Kulturen des antiken Mittelmeerraums ist die Ägyptologie daher sehr wichtig. Wie Sie sich im Bachelor und/oder im Master der Altertumswissenschaften intensiv mit dieser Disziplin beschäftigen können, entnehmen Sie den jeweiligen Wegleitungen im separaten Kapitel zur Ägyptologie.

Die Ägyptologie untersucht die Geschichte und Kultur Ägyptens von seiner Vorzeit, das heisst vom 4. Jahrtausend v. Chr., bis zur Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert n.Chr. Gegenstand von Forschung und Lehre sind die materielle Hinterlassenschaft sowie die verschiedenen Schrift- und Sprachstufen dieser Zeitspanne. Die Ägyptologie bildet damit einen integralen Bestandteil der Altertumswissenschaften. Ziel der Ägyptologie ist ein umfassendes wissenschaftliches Verständnis der kulturellen Gegebenheiten in ihren verschiedenen Facetten.

Die Ägyptologie an der Universität Zürich wurde von J. J. Hess (1866–1949) begründet, der 1918–1936 als ausserordentlicher Professor für Orientalische Sprachen wirkte und sich als Ägyptologe insbesondere mit der demotischen Sprachstufe beschäftigte. Als eigenes Fach etablierte sich die Ägyptologie im Jahr 1964 mit einer Assistenzprofessur für Ägyptologie, die Peter Kaplony bis im Jahr 2000 innehatte. Seit seiner Emeritierung wird Ägyptologie in Form von Lehraufträgen weitergeführt. Momentan sind dafür rund fünf Semesterwochenstunden vorgesehen. Aus Kapazitätsgründen liegen die Schwerpunkte in der dynastischen Zeit von rund 3000 bis 300 v. Chr.