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Seminar für Griechische und Lateinische Philologie

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Griechische Kursorische Lektüre: Pseudo-Euripides, Rhesos (2304)

Laura Napoli (laura.napoli@sglp.uzh.ch)
Do 14:00 – 15:45
RAG 105

Information für BA- und MA-Studierende: Der Leistungsnachweis wird durch MA „Mitarbeit“ erbracht und durch das erfolgreiche Bestehen werden 2 Kreditpunkte erworben.

Ein schlafender Hektor, ein mutiger Späher, zwei schamlose Griechen und eine Muse als dea ex machina – das ist nur ein Teil des vielversprechenden Cast der Euripides zugeschriebenen Tragödie Rhesos.
Der Plot, der starke Bezüge zum 10. Buch der homerischen Ilias, der sogenannten Dolonie, aufweist, erzählt eine Episode aus dem Trojanischen Krieg, in der Rhesos, ein thrakischer König und Freund der Trojaner, ebendiesen gegen die Griechen zu Hilfe eilt. Das Setting – der Rhesos ist das einzige uns vollständig überlieferte Nachtstück – verspricht Irrungen, Wirrungen und Überraschungen …
Neben guter Unterhaltung bietet der Rhesos auch die einmalige Gelegenheit, sich mit der wohl einzigen vollständig überlieferten Tragödie des 4. Jhdt. v. Chr. auseinanderzusetzen. Das in der Forschung bezüglich Datierung, Autorschaft und der damit zusammenhängenden Bewertung der Qualität umstrittene Stück sorgte in der Vergangenheit für rote Köpfe, und es scheint genügend Stoff für die Zukunft bereit zu halten: Dies bezeugen die drei rezenten Kommentare (2005; 2012; 2014) und ein weiterer Kommentar, der bereits angekündigt wurde.

Ziel dieses Kurses ist es, die Tragödie Rhesos als Ganze zu lesen und dabei eine gewisse Routine beim Übersetzen altgriechischer Texte zu gewinnen. Im Zentrum jeder Sitzung steht die gemeinsame Lektüre des im Voraus vorbereiteten Textabschnittes, bei der grammatikalische und übersetzungstechnische Fragen besprochen werden sollen. Über den Text hinausführende Fragen und Interpretationen werden, falls es die Zeit zulässt, auch zur Diskussion gestellt werden.
Der Kurs eignet sich insbesondere für Studierende, die sich auf die literarische Akzessprüfung im Bachelor (Lektürekompetenz Selbststudium) vorbereiten wollen; die Lektüre des Rhesos kann für deren Leseliste angerechnet werden. Alle anderen Interessierten sind jedoch genauso willkommen! Dieser Kurs kann insbesondere auch mit grossem Gewinn parallel zu Prof. Martins Vorlesung zum Drama besucht werden.

Vorbereitung für die erste Sitzung (22.9.16.): Bereiten Sie bitte die Verse 1-51 des Rhesos vor, und lesen Sie die homerische Dolonie (Ilias, Buch 10) in Übersetzung.

Wir werden mit der folgenden kritischen Textausgabe arbeiten: Diggle, J. (ed.), Euripidis fabulae, Tomus 3 (Oxford 1994).
Ab September finden Sie im Apparat der Bibliothek des SGLP eine Kopiervorlage des Rhesos, eine Kopiervorlage der Dolonie (auf Deutsch) und folgende Kommentare, die Sie für die Vorbereitung konsultieren können: Fries, A., Pseudo-Euripides, „Rhesus“. Edited with Introduction and Commentary (Berlin/Boston 2014); Liapis, V., A Commentary on the Rhesus Attributed to Euripides (Oxford 2012).
Falls Sie keinen Zugang zur Bibliothek des Seminars haben, kontaktieren Sie mich bitte per E-Mail.