Forschung

Überblick zur Forschung am Seminar im Jahr 2021

Trotz Corona galt besondere Aufmerksamkeit der Forschung. Zu erwähnen sind Gastvorträge in Zürich sowie verschiedene Forschungsprojekte. Der 11. Orelli-Tag zum Thema „Indogermanistik und Klassische Philologie in Zürich“ konnte am 2.10. in Präsenz durchgeführt werden. Das zahlreiche Publikum in der Aula oder zuhause (live-Streaming) hörte unter anderem einen Festvortrag von Prof. Andreas Willi (Oxford). Der nächste Orelli-Tag ist für den 29.1.2022 geplant als akademische Gedenkfeier für Prof. Peter Stotz, den emeritierten Professor für Mittellateinische Philologie, der am 4.7.2020 verstorben war. Am gleichen Wochenende soll auch ein Treffen der deutschsprachigen Mittellateiner in Zürich stattfinden.

Das jedes Semester geplante Forschungskolloquium unseres Seminars musste im FS 2021 ‚online only‘ stattfinden. Die Zürcher Termine wurden ergänzt durch ein gemeinsames online-Kolloquium mit den Universitäten Basel, Bern und Freiburg i. B. am 30.4.2021. Im HS 2021 wurde das Forschungskolloquium hybrid durchgeführt, was die Teilnahme von Doktorierenden und weiteren Forschenden aus anderen Universitäten erleichterte. Am 15.10.2021 konnten wir uns zu einem Kolloquiumsnachmittag in Basel treffen; über die Restmittel von Swissuniversities liessen sich die Reisekosten der Doktorierenden finanzieren.
Die Seminarangehörigen hielten Corona-bedingt weniger Vorträge als sonst; zu nennen sind z. B. Prof. Riedwegs online-Vortrag vom 16.9.2021 an der Università di Bologna oder Prof. Cardelles online-Vortrag vom 10.12.2021 für Changchun (China) sowie Prof. Eiglers Auftritte an von ihm zu Einzelgebieten des „Handbuch der lateinischen Literatur der Antike, Band 8 (568–735 n. Chr.)“ veranstalteten Workshops.
Unsere Forschungsprojekte haben wir vorangetrieben. Zu nennen sind: Prof. Riedwegs Projekt zu Demokratie und Populismus und die Vorbereitung von Walter Burkerts Kleinen Schriften Band IX; Prof. Eiglers Forschungsprojekt „Handbuch der lateinischen Literatur der Antike, Band 8 (568–735 n. Chr.)“ mit Prof. Gernot M. Müller (Bonn); Prof. Cardelles Untersuchungen zu Poetik und Stil Aldhelms von Malmesbury.
An unserem Seminar wird an mehreren Dissertationen und Habilitationen gearbeitet. Dafür standen primär die Assistenzstellen zur Verfügung: Diese Doktorierenden und Postdocs wurden nach Möglichkeit von administrativen Aufgaben entlastet und dabei unterstützt, Stipendienanträge zu schreiben, um der Forschung noch mehr Zeit widmen zu können. Im FS und HS 2021 wurden ein Doktorat in der Latinistik und je eine Habilitation im Mittellatein und in der Gräzistik abgeschlossen. Ein bei uns fest angestellter Postdoc konnte ein Mobilitätsstipendium des SNF in Oxford antreten. Ein Mittellatein-Doktorand konnte einen Doc.ch-Beitrag des SNF für vier Jahre einwerben.

Im Rahmen der Besetzung der Professur für Classics / Griechische Philologie (Nachfolge Riedweg), welche per HS 2023 geplant ist, fanden anfangs Dezember 2021 die Probevorträge statt. Das Feld der Bewerberinnen und Bewerber war von sehr hoher Qualität.

Mit der 2016 erfolgten Zusammenlegung der Klassisch-Philologischen und der Mittellateinischen Bibliothek ist unsere Villa Tanneck zu einem Forschungs-, Lehr- und Lernzentrum geworden, das Anziehungskraft weit über die Schweiz hinaus besitzt. Im Rahmen der Reorganisation der Institutsbibliotheken haben wir mit der neuen Dachorganisation UB Zürich, die am 1.1.2022 ihren Betrieb aufnimmt, ein Service Level Agreement abgeschlossen, welches das Weiterbestehen der vorzüglichen Arbeitsbedingungen für Forschung und Lehre in der Villa Tanneck garantieren soll. Hierfür ist der Status unserer Bibliothek als Forschungsbibliothek entscheidend.

Die Vernetzung mit den anderen Altertumswissenschaften der UZH wurde über das von Prof. Riedweg geleitete ZAZH intensiviert. Zu nennen sind insbesondere die dritte, auf grosses studentisches Echo gestossene Ringvorlesung zu Naturkatastrophen, Epidemien und Plagen, die durch eine Podiumsdiskussion mit dem Präsidenten des IKRK Peter Maurer und der Präsidentin des DAI Friederike Fless eröffnet wurde, sowie die Gastdozenturen von Prof. Dr. Merle Eisenberg (Oklahoma State University) und Prof. Mark Geller (University College London) im HS 2021. Unser Seminar ist ferner in den Kompetenzzentren Zürcher Mediävistik, Linguistik Zentrum Zürich und Zentrum Künste und Kulturtheorie vernetzt.