Forschung

Überblick zur Forschung am Seminar im Jahr 2017

Auch im Jahr 2017 galt der Forschung und der wissenschaftlichen Vernetzung unsere besondere Aufmerksamkeit. Dazu haben insbesondere die Gastvorträge und die internationalen Workshops beigetragen. Als Referierende konnten unter anderem Prof. Dr. Thomas Haye (Göttingen), Prof. Dr. Glenn W. Most (Pisa/Chicago), Prof. Dr. Philip Hardie (Cambridge), Prof. Dr. Lidewij van Gils (VU Amsterdam) und Prof. William Fitzgerald (London) gewonnen werden. Der Orelli-Tag wurde 2017 zusammen mit der Alten Geschichte organisiert und war der Griechischen Epigraphik in Zürich gewidmet. Den mitreissenden Festvortrag hielt Prof. Dr. Christian Marek (Zürich); auch der Rektor und der Dekan richteten Grussworte an das wiederum sehr zahlreiche Publikum in der Aula. Die Doktorierenden konnten dank der eingeworbenen SUK-Mittel insgesamt fünf Workshops, einen davon in Basel, mit renommierten Forschenden aus dem In- und Ausland organisieren. In beiden Semestern fand wieder je ein Zürcher Ägyptologie-Workshop statt. Weitere Forschungskolloquien wurden mit den Universitäten Basel, Bern, Bochum, Giessen und Göttingen durchgeführt. Zudem hat Prof. Martin die Tagung „Empire in Crisis: Gothic Incursions and Roman Historiography“ (3.-6. Mai) in Wien mitorganisiert.

Die Seminarangehörigen hielten zahlreiche Vorträge, und zwar u. a. in Cambridge (Prof. Riedweg), Zürich (auf Einladung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät: Prof. Eigler), Paris (Prof. Cardelle), Oxford (Prof. Martin) und Lyon (PD Viti). Die Forschungsprojekte des Seminars sind im Berichtsjahr energisch vorangetrieben worden (zu den Publikationen vgl. den Anhang). Zu nennen sind insbesondere: Band 5 der Reihe Antike des Grundriss der Geschichte der Philosophie „Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike“ (mit über 50 Mitarbeitenden weltweit), zu dessen Publikation Prof. Riedweg (zusätzlich zu den bereits erhaltenen Drittmitteln in der Höhe von 20'000.-) einen SNF-Publikationsbeitrag von 47'000.- einwerben konnte; Prof. Eiglers Abschluss des dreibändigen Handwörterbuchs der antiken Sklaverei, für das er seit über zehn Jahren als Fachgebietsherausgeber gewirkt und mehrere Artikel geschrieben hat, und (zusammen mit Prof. Cardelle) des Tagungsbandes «Latein am Rhein»; Prof. Cardelles Edition von Petrus Alfonsi, ihre Arbeit am Projekt Sprachreflexion im Frühmittelalter und ihr SNF-Projektantrag zur Geschichte der Kartäuserbibliothek in Basel (zusammen mit Ueli Dill, UB Basel); das bis August 2019 laufende Projekt „Die Pragmatik des Dialogs in der antiken Tragödie“ (bewilligter Betrag: 1’144'908.-) des SNF-Förderprofessors Gunther Martin (mit zwei Doktoranden-Stellen).

Diese Forschungsschwerpunkte werden durch eine Vielzahl von Doktorarbeiten und Habilitationen weiter vergrössert (vgl. www.sglp.uzh.ch/de/research.html). Für diese Projekte standen neben den Assistenzstellen auch zwei SNF-Stellen im Projekt von Prof. Martin zur Verfügung. Ausserdem ist eine Gräzistik-Doktorandin seit August 2016 über den Forschungskredit der UZH angestellt.

Mit der Zusammenlegung der Klassisch-Philologischen und der Mittellateinischen Bibliothek ist die Villa Tanneck an der Rämistrasse 68 zu einem Forschungs-, Lehr- und Lernzentrum für Griechisch und Latein geworden, das Anziehungskraft weit über den Kanton Zürich hinaus besitzt. Die internationale Ausstrahlung zeigt sich auch daran, dass Forschende aus Mailand, München, San Antonio und Madrid längere Aufenthalte an unserem Seminar gemacht haben. Zudem war Dr. Romana Cassì (Ph.D., Boston College, USA) von März–Dezember 2017 institutionell unserem Seminar verbunden, um ihre Dissertation zur Publikation vorzubereiten.

Umgekehrt konnten mehrere Nachwuchsforschende unseres Seminars über Drittmittel an Projekten in München (Thesaurus Linguae Latinae und Mittellateinisches Wörterbuch), Eichstätt-Ingolstadt (Postdoc-Stipendium), Löwen (Postdoc-Stipendium), Oxford (ein Postdoc-Stipendium und zwei internationale Kurzaufenthalte) und Paris (Erasmus) arbeiten.