Forschung

Überblick zur Forschung am Seminar im Jahr 2018

Unsere besondere Aufmerksamkeit galt erneut der Forschung und der Vernetzung. Zu erwähnen sind insbesondere unsere internationalen Tagungen, die Gastvorträge in Zürich und unsere Vorträge an anderen Universitäten sowie unsere Forschungsprojekte. Vom 10.–12.5.2018 fand eine Tagung zur Historia Augusta statt, die von Prof. Eigler, Prof. Martin und Dr. Zinsli veranstaltet wurde, und vom 4.–7.7.2018 die von Dr. Iurescia, MA Hof, Prof. Martin (alle SGLP) und Dr. Sorrentino (Freiburg i. B.) organisierte Tagung „Doing things with words on stage. Pragmatics and its use in ancient drama“. Der 8. Orelli-Tag war dem Thema „Eduard Norden im Zürcher Exil“ gewidmet. Auch der Dekan beteiligte sich mit einem sozialpsychologischen Beitrag, und der Rektor richtete ein Grusswort an das wiederum sehr zahlreiche Publikum in der Aula.
Die Doktorierenden konnten dank der eingeworbenen Mittel von swissuniversities (8’280.-) insgesamt drei Workshops mit renommierten Forschenden aus dem In- und Ausland organisieren. Die Finanzierung von 2019 (8’000.-) und von 2020 (4’265.-) ist gesichert, anschliessend können Mittel über die neue Graduiertenschule beantragt werden. Forschungskolloquien wurden mit den Universitäten Basel, Bern, Bochum, Freiburg i. B., Giessen und Göttingen durchgeführt. Zudem fand der bereits 10. Zürcher Ägyptologie-Workshop statt.
Die Seminarangehörigen hielten zahlreiche Vorträge, u. a. in Québec (Prof. Riedweg), Graz (Prof. Eigler), Prag (Prof. Cardelle), Paris (Prof. Martin) und Seoul (PD Viti). Zu Gastvorträgen Externer in Zürich vgl. unten Kapitel 5. Unsere Forschungsprojekte haben wir energisch vorangetrieben. Zu nennen sind insbesondere: Band 5 der Reihe Antike des Grundrisses der Geschichte der Philosophie „Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike“, der 2018 in drei Teilbänden erschienen ist und zu dem Prof. Riedweg je eine Buchvernissage in Rom und Zürich organisierte; Buchvernissage zur Publikation des Handwörterbuchs der antiken Sklaverei von Ende 2017 und Beginn eines Folgeprojekts durch Prof. Eigler (Handbuch der lateinischen Literatur, Bd. 8); die Edition des Dialogus von Petrus Alfonsi, die Prof. Cardelle zusammen mit Darko Senekovic, Thomas Ziegler und Peter Stotz erarbeitet hat; die Herausgabe des „Oxford Handbook of Demosthenes“ durch den SNF-Förderprofessor Gunther Martin, von dem 2018 auch die Habilitationsschrift erschienen ist. Zu den weiteren Publikationen vgl. den Anhang.
Diese Forschungsschwerpunkte wurden durch eine Vielzahl von Doktorarbeiten und Habilitationen weiter vergrössert (vgl. www.sglp.uzh.ch/de/research.html). Dafür standen primär die Assistenzstellen zur Verfügung: Diese Doktorierenden und Postdocs wurden nach Möglichkeit von administrativen Aufgaben entlastet und dabei unterstützt, Stipendienanträge zu schreiben, um der Forschung noch mehr Zeit widmen zu können. Zwei Doktorierende konnten im SNF-Projekt von Prof. Martin und eine weitere zuerst über den Forschungskredit der UZH und dann über einen Marie Heim-Vögtlin-Beitrag des SNF angestellt werden. Im Jahr 2018 wurden eine Dissertation in der Gräzistik und eine Habilitation in der Latinistik abgeschlossen.
Mit der 2016 erfolgten Zusammenlegung der Klassisch-Philologischen und der Mittellateinischen Bibliothek ist unsere Villa Tanneck zu einem Forschungs-, Lehr- und Lernzentrum geworden, das Anziehungskraft weit über die Schweiz hinaus besitzt. Im Projekt „Bibliothek der Zukunft“, an dem sich besonders Prof. Eigler stark engagiert, ist mittlerweile vorgesehen, dass unser Seminar bis 2035 am bestehenden Ort bleiben kann. Dessen internationale Ausstrahlung zeigt sich auch daran, dass Forschende aus Mailand, Madrid, San Antonio, Sevilla und Würzburg längere Aufenthalte bei uns gemacht haben. Umgekehrt konnten mehrere unserer Nachwuchsforschenden über Drittmittel an Projekten im Ausland arbeiten (vgl. dazu Kapitel 5 zur Internationalisierung).
Die Vernetzung mit den anderen Altertumswissenschaften der UZH wurde 2018 über das neu gegründete ZAZH intensiviert. Prof. Riedweg hatte den Antrag hierfür federführend ausgearbeitet und wirkt nun (mit Prof. Walser, Alte Geschichte) als Vorsitzender des Leitungsausschusses. Im November 2018 hat die Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums ihre Arbeit aufgenommen. Die offizielle Eröffnung wird im Rahmen der Ringvorlesung „Migration, Kulturkontakt und Kulturkonflikt im Spiegel der Antike“ mit einem Vortrag von Prof. Assmann stattfinden. Das Seminar ist ferner in den Kompetenzzentren der Zürcher Mediävistik, der Zürcher Linguistik und der Kunst- und Kulturtheorie vernetzt.