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Seminar für Griechische und Lateinische Philologie

H. Haffter, Die klassische Altertumswissenschaft an der Universität Zürich im Überblick (von der Gründung der Universität 1833 bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts)

aus: Studienführer des Klassisch-Philologischen Seminars, Zürich 1971

Durch drei Eigentümlichkeiten ist ihre Geschichte vor allem im 19. Jahrhundert gekennzeichnet, die freilich mutatis mutandis auch für andere Abteilungen der Philosophischen Fakultät I, ja auch für andere Fakultäten Geltung haben. Das erste ist die Verbindung von Dozententätigkeit an der Universität mit einer praktischen Wirksamkeit, im Falle der Klassischen Philologie mit dem Amt des Gymnasiallehrers. Diese Verbindung war wesentlich materiell bedingt, doch nicht ausschliesslich: so wird man bei Johann Caspar v. Orelli, der bis zu seinem Tode zugleich Extraordinarius an der Universität und Gymnasialprofessor war, daran denken, dass er als der hauptsächliche Begründer sowohl der Kantonsschule wie der Universität zu gelten hat. Als eine zweite Besonderheit, die bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts zu beobachten ist, darf das Übergreifen auf verwandte Lehr- und Forschungsgebiete bezeichnet werden: auch hier ist es nicht allein staatliche Sparsamkeit, die das Zusammengehen der Philologie insbesondere mit der Indogermanistik und mit der Klassischen Archäologie nahegelegt hat. Und zum dritten: ihrer Herkunft nach waren die Fachvertreter der Klassischen Philologie vielfach Nichtschweizer, vor allem Deutsche, von denen manche aus politischen Gründen ihr Land verlassen hatten.

Mit dem Gründungsjahr der Universität, 1833, finden wir unser Fach vertreten durch Orelli, Johann Georg Baiter und Hermann Sauppe (dieser zunächst als Privatdozent). Orelli, eine humanistisch fühlende und humanistisch wirkende Natur mit weiten geistigen Interessen (er las gelegentlich auch über italienische Literatur), hat zahlreiche vorab lateinische Autoren und Einzelwerke ediert, teilweise mehr für den Schulgebrauch, und mit anderen zusammen die Zürcher Platonausgabe und die Zürcher Ciceroausgabe geschaffen: den Platon zusammen mit Baiter und A.W. Winckelmann (gleichfalls seit 1833 Privatdozent), den Cicero zusammen mit Baiter. Die 2. Ausgabe des Cicero, für die K. Halm an die Stelle von Orelli trat, zeigt im Vergleich mit der ersten durch die nunmehr systematische Heranziehung der Handschriften den damaligen Fortschritt philologischer Editionstechnik und macht zugleich Orellis Standort als Editor deutlich. Wenn er hierbei auch noch zur älteren Generation gehört, so hat er doch durch die Bekanntgabe der in St. Gallen, Bern und Einsiedeln liegenden Codices anderen Forschern wertvolle Dienste geleistet. Nicht zu vergessen ist auch seine Beschäftigung mit lateinischer Epigraphik; als Herausgeber der in der Schweiz gefundenen Inschriften war er ein Vorläufer Mommsens. Mit den Namen Baiters und Sauppes ist eine dritte bekannte Zürcher Textausgabe verbunden, die der Oratores Attici; so verwundert denn auch nicht, dass die Mehrzahl der Textstellen, die Sauppe in seiner zu Zürich datierten Epistola critica ad Godofredum Hermannum bespricht, den attischen Rednern entnommen sind. Dieselben beiden, Baiter und Sauppe, zeichneten als Übersetzer eines Werkes, das in der deutschen Fassung auch durch den Druckort nach Zürich gehört, der „Topographie Athens“, dieser grundlegenden Darstellung aus der Feder des englischen Topographen und historischen Geographen W.M. Leake. Der Weggang Sauppes zunächst an ein Weimarer Gymnasium, dann an die Universität Göttingen war ein Verlust für Zürich. Aber die Reihe der bekannt gewordenen Editionen aus der Frühzeit der Zürcher Philologie ist noch nicht erschöpft: denn wenn der schon im Anfangsjahr 1833 habilitierte Heinrich Meyer auch als Dozent wegen Ausbleibens von Hörern keinen Erfolg hatte, so ist doch sein Name unvergessen durch die Sammlung der lateinischen Rednerfragmente der Republik und der Kaiserzeit.

Mit dem Jahre 1841 begann als erster Dozent für Sprachvergleichung und Sanskrit Heinrich Schweizer-Sidler zu lehren, dessen Vorlesungen im besonderen auch das Germanische und das Lateinische umfassten. Eine Frucht dieser germanisch-lateinischen Interessen ist der bekannte Kommentar zu Tacitus’ Germania, der später von Eduard Schwyzer, dem Grossneffen Schweizers, in weiteren Auflagen herausgegeben wurde. Dass Schweizer-Sidler ein eifriger Vorkämpfer für das Frauenstudium war – seine spätere Frau war im Jahre 1840 als erstes weibliches Wesen zum Besuch von Vorlesungen zugelassen worden –, gehört zur allgemeinen Universitätsgeschichte. Ihm zur Seite wirkte in den 50er und zu Beginn der 60er Jahre für die Klassische Philologie Hermann Köchly, als Forscher vor allem Gräzist (Editor der nachhomerischen Epiker und Herausgeber der Kriegsschriftsteller mit deutscher Übersetzung). Er suchte seine Wissenschaft einem weiteren Publikum nahe zu bringen, so durch Vorträge ausserhalb der Universität (ein sechsteiliger Zyklus über Demosthenes ist gedruckt worden), und ebenso wie er es vor seiner Schweizer Zeit in Dresden getan und später in Heidelberg wiederum tun sollte, so hat er auch in Zürich engen Kontakt mit dem Gymnasium gesucht und sich an den gymnasialen Reformbestrebungen beteiligt. Eine gymnasiale Zweckbestimmung hatte neben den mehr wissenschaftlichen Zielen auch die Gründung des Philologisch-pädagogischen Seminars – diese Bezeichnung hat sich noch bis in unser Jahrhundert hinein gehalten –, die nach etlichen Versuchssemestern durch Erziehungsrats- und Regierungsratsbeschluss mit einem neunseitigen Reglement im Jahre 1861 zustande kam.

Für einige wenige Jahre hatte Köchly einen Universitäts-, aber nicht Fakultätskollegen im Juristen Theodor Mommsen. Doch sollten wir nicht vergessen, dass Mommsen damals zum ersten kritischen und quellensicheren Darsteller der römischen Schweiz geworden ist und dass der erste Band der Römischen Geschichte in die kurze Phase seiner Zürcher Professur fällt (vgl. die Nennung des „Canton Zürich“ im 3. Kapitel des 1. Buches). Unmittelbare oder mittelbare Nachfolger Köchlys waren, sei es für kürzere oder für längere Zeitspannen: Konrad Bursian, aus Autopsie ein Kenner Griechenlands in Geographie und Archäologie, während für uns Heutige sein Name verbunden geblieben ist mit seiner „Geschichte der classischen Philologie in Deutschland“ und mit seinem „Jahresbericht“; Arnold Hug und Gottfried Kinkel, beides wenig profilierte Forscher; anders hingegen Eduard Wölfflin, der spätere Münchner Latinist und Schöpfer des Thesaurus Linguae Latinae, dem die damaligen politischen Zeiläufe ein befriedigendes Wirken an unserer Universität verunmöglichten, was freilich seine Lust am Publizieren nicht stören konnte, wobei insbesondere an das bekannte Winterthurer Gymnasialprogramm von 1864 über Livius gedacht sein mag.

Hatte schon für Bursian die Klassische Archäologie mit zur Altertumswissenschaft gehört, so wurde sie alsbald mehr und mehr selbständig, vorerst vertreten durch den hochbegabten Otto Benndorf, der später in Wien als Forscher und wissenschaftlicher Organisator einer der Ersten seines Faches werden sollte, und in der Nachfolge Benndorfs durch Karl Dilthey (im Zürcher Freundeskreis um Gottfried Keller etwa auch „Dideldumdey“ genannt), Bruder des Philosophen Wilhelm Dilthey und Schwager des Bonner Philologen Hermann Usener; Dilthey hat von einer längeren griechischen Reise, für die er eigens beurlaubt und mit einem Anschaffungskredit versehen wurde und die er zusammen mit seinem numismatischen Freund Imhoof-Blumer unternahm, für die Zürcher archäologische Sammlung eine Reihe von Kunstwerken mitgebracht, so die damals vielbesprochenen Tanagrafiguren. Doch sollten Philologie und Archäologie für einige Jahrzehnte über die Jahrhundertwende hinaus noch einmal ganz zusammenrücken, und dies in der Person von Hugo Blümner.

Man mag sich überlegen, wie sich die Zürcher Altertumswissenschaft entwickelt hätte, wenn Carl Robert (der archäologisch-philologische Sagenforscher) als der von der Fakultät zunächst Vorgeschlagene dem Ruf gefolgt wäre. Denn es war eine sehr persönlich geprägte Wirksamkeit, die Blümner an der Universität und fast noch mehr im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt entfaltet hat. Die Geburtstagsfeier mit ihrem vielfältigen Teilnehmerkreis, die man im Sommer 1914 dem siebzigjährigen Blümner bereitete, ist legendär geworden und die zum selben Anlass erschienene Festschrift so weit verbreitet gewesen, dass sie noch heute zu einem der antiquarisch meistangebotenen Bücher unserer Wissenschaft gehört. Auch von der Beschäftigung mit den Autoren her suchte Blümner mehr als einmal die Verbindung mit einem ausserfachlichen Publikum zu gewinnen, so mit einer poetischen Übersetzung des Märchens Amor und Psyche, während die spröde anmutende gelehrte Arbeit zur Hauptsache den technischen und sonstigen Realitäten des antiken Lebens zugewendet war: noch immer unentbehrlich und wohl am wenigsten veraltet sind die aus der letzten Lebenszeit stammenden Römischen Privataltertümer im Handbuch der Altertumswissenschaft. Dass Blümner in der sog. Pausaniasfrage, dem damaligen Streit um die Glaubwürdigkeit, insbesondere die Autopsie des Periegeten, nicht schweigen konnte, lag nahe; seinen Beitrag leistete er wiederum in geduldiger Kleinarbeit, durch die zusammen mit seinem Kollegen Hitzig geschaffene grosse Pausaniasausgabe (mit ihrem wichtigen Kommentar).

Damit haben wir den einen Kollegen Blümners genannt, Hermann Hitzig, der vom Rektorat des Stadtbernischen Gymnasiums und vom Extraordinariat an der dortigen Universität nach Zürich hinüberwechselte, aber auch hier die enge Verbindung mit der Schule beibehielt und schon deswegen mehr als akademischer Lehrer und menschlicher Betreuer seiner Studenten denn als Forscher unvergessen ist. Der Name des anderen Kollegen ist für den Griechischunterricht in einer weiten Welt zu einem Prinzip geworden, denn selbst ins Russische und Japanische sind Adolf Kaegis griechische Lehrbücher übersetzt worden. Geradezu aktuell mutet es uns Heutige an, wie Kaegi den Grundsatz „was dem Schüler nie oder nur selten in der Lektüre begegnet, braucht er nicht zu lernen“ durch statistische Untersuchungen erhärtete und entgegen manchen Anfeindungen in seiner Griechischen Schulgrammatik realisierte. Das Jahr 1884 als Datum der ersten Ausgabe soll eigens genannt werden und auf die noch immer lesenswerten Vorworte der rasch sich folgenden Auflagen hingewiesen sein. Dass alsdann eine Kurzgefasste griechische Schulgrammatik und ein mehrteiliges griechisches Übungsbuch folgten, ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass Kaegi seine Prinzipien in einem verwandten Sinn auch auf die Lexikographie übertragen hat durch die Neubearbeitung trefflicher Schulwörterbücher, können doch die Namen Benseler und Autenrieth nicht mehr ausgesprochen werden ohne den Zusatz „Kaegi“. Die unmittelbar wissenschaftlichen Verdienste Kaegis sind der Indologie zugute gekommen.

Durchblättern wir die Festgabe, welche die Dozentenschaft der Zürcher Universität zur Einweihung des Universitätsgebäudes im Jahre 1914 herausgegeben hat, so finden wir die Altertumswissenschaft durch die drei Namen Blümner, Hitzig und Schwyzer vertreten. Daran mag man die damalige Situation dieses Zweiges der Philosophischen Fakultät I ermessen: die Archäologie noch in Personalunion mit der Philologie, die Indogermanistik selbständig vertreten, doch mit der Philologie nach wie vor verwandtschaftlich verbunden, und von einer Professur für Alte Geschichte ist bis dahin nichts zu erkennen. Den Indogermanisten Eduard Schwyzer haben wir bereits als Neuherausgeber eines Germaniakommentars kennengelernt. Seine grosse Griechische Grammatik im Handbuch der Altertumswissenschaft gehört zum Arbeitsinstrument eines jeden klassischen Philologen. Darüber hinaus ist er von seinem Sohn, dem Zürcher Gymnasiallehrer und Plotineditor Hans-Rudolf Schwyzer biographisch so eingehend geschildert worden, dass wir hier auf eine weitere Charakterisierung verzichten dürfen.

Um die Jahrhundertwende und bis in die Jahre des Ersten Weltkrieges war Zürich die Anfangsstation oder eine Station, die eine begrenzte Zeit akademischen Lehrens ermöglichte, für einige Vertreter unserer Fächer, welche wir mit nicht viel mehr als mit ihren Namen aufzählen: Otto Schulthess, Kenner des antiken, vorab des attischen Rechtes; später Professor in Bern; in die Zürcher Zeit fallen seine Verdienste um die Restaurierung des Kastells Irgenhausen. Gustav Billeter, ein früher Forscher auf dem Gebiet der antiken Wirtschaftsgeschichte; ausserhalb der Altertumswissenschaft bekannt geworden als Entdecker von Goethes Urmeister. Jakob Werner, der über Mittellateinische Philologie gelesen hat. Peter Von der Mühll, später Professor an der Universität seiner Heimatstadt Basel. Albert Debrunner, der im besonderen dem Griechischen und Indischen zugewandte Indogermanist, später Professor hauptsächlich in Bern.

Wie die Gesamtuniversität so erfuhr auch die Altertumswissenschaft gleich nach dem Ersten Weltkrieg manche Veränderung und zugleich Vermehrung im Lehrkörper. Mit Otto Waser erhielt die Klassische Archäologie ihren nunmehr facheigenen Lehrstuhl und auch ihr facheigenes Seminar. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass Waser zusammen mit seiner Gattin, der Schriftstellerin Maria Waser, lange Jahre hindurch die damals angesehene kulturelle Zeitschrift „Die Schweiz“ herausgegeben hat; antike Literatur und Kunst haben in diese Hefte gern und oft gewährten Einlass gefunden. Nachfolger Wasers wurde 1940 nach einer ehrenvollen akademischen Laufbahn an deutschen Universitäten Arnold von Salis, freilich nur noch für ein gutes Jahrzehnt, aber zu einem sehr fruchtbaren Wirken. Das schöne Buch „Antike und Renaissance“, das auch dem klassischen Philologen so viel bietet, ist ein sichtbares Zeugnis dieser Zürcher Wirksamkeit.

Nach früheren unvollkommenen Versuchen, das Gesamtfach der Geschichte stärker aufzuteilen und die Alte Geschichte zu verselbständigen, wurde 1922 erster Inhaber eines bleibenden althistorischen Lehrstuhls Eugen Täubler, dem nach kurzem sein deutscher Landsmann Johannes Hasebroek und ihm wiederum nach kurzem und gleichfalls aus Deutschland stammend Ernst Meyer folgte, dieser nun aber für vier Jahrzehnte bis zum Rücktritt im Jahre 1968. Täubler und Hasebroek waren recht verschiedene Dozentenfiguren, Täubler von anregender und gewinnender Beredsamkeit und mit weitgespannten Interessen, in die auch die Geschichte der römischen Schweiz einbezogen war, Hasebroek eher der umsichtige Vertreter einer althistorischen Einzelforschung, der Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, für die er seine ganz besonderen prinzipiellen Ansichten zu begründen suchte.

Die Klassische Philologie war während der Zeitspanne, die wir für die Archäologie und Alte Geschichte überblickt haben, durch einen Gelehrten vertreten, dessen Bild zu Recht an einer besonders ausgewählten Stelle im Flur des Seminars angebracht ist, durch Ernst Howald (Ordinarius 1918–1952, gest. 1967). Da seine Persönlichkeit in einer Studie neueren Datums gewürdigt worden ist (von H. Haffter), seien für unseren Studienführer mehr nur die äusseren Fakten seiner Tätigkeit erwähnt. Er dozierte zunächst neben Eduard Schwyzer (der sich nach Bonn und von dort nach Berlin berufen liess), dann für eine längere Zeit neben Manu Leumann (Ordinarius 1927–1959), in jener Aufteilung der Verpflichtungen, die bei der Altertumswissenschaft schon seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts praktiziert wurde, sich sinngemäss auf die modernsprachlichen Philologien übertragen hat und zu einem Charakteristikum der philologischen Sparten der Zürcher Philosophischen Fakultät I geworden ist: Howalds Lehrgebiet war die griechische und die lateinische Literatur, während der indogermanistische Kollege sowohl die griechische wie die lateinische Sprachgeschichte in Vorlesungen und Übungen behandelte. Die Seminarbibliothek erfuhr durch Howald ihren ersten Ausbau und eine zusätzliche Förderung dadurch, dass dieser Humanist eigenster Prägung bei und nach seinem Rücktritt umfängliche und wertvolle Teile seiner persönlichen Bücherschätze dem Seminar geschenkt hat. Auch dass das Seminar kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus seiner räumlichen Enge im Hauptgebäude heraus in die Florhofgasse 11 verlegt wurde, wobei die Indogermanistik ihren selbständigen Anteil erhielt, dürfte hauptsächlich Howalds Verdienst sein. In die Zeit seiner Zugehörigkeit zur Fakultät fallen eine Reihe von Habilitationen für Klassische Philologie; doch seien hier nur diejenigen Privatdozenten genannt, die sich von der Universität Zürich wieder gelöst haben: Walter Wili (später in Bern) und Franz Stoessl (jetzt in Graz).

Nach Howalds Ausscheiden wurde das Fach personell erweitert durch die Aufteilung der antiken Literaturgeschichte auf zwei Professuren, von denen die eine mehr gräzistisch ausgerichtet sein sollte und durch Fritz Wehrli bis zum Jahre 1967 verwaltet wurde, die andere mehr latinistische durch Heinz Haffter, der 1970 seinen Rücktritt nahm. Die Zahl der Assistenten wuchs bis zum Jahr 1969 auf vier an, und es wurde versucht, diese unentbehrlichen Helfer auch an der Leitung von Übungen und Kolloquien zu beteiligen. Die Seminarräume erfuhren Umbauten und Erweiterungen, um für die Dozenten, Assistenten und vor allem die Studenten mehr Arbeitsplätze und für die weiter ausgebaute Bibliothek vermehrte Wandflächen zu gewinnen.

Quellen: Die Universität Zürich 1833–1933 und ihre Vorläufer, bearb. von E. Gagliardi u.a., Zürich 1938. Über Eduard Schwyzer vgl. H.-R. Schwyzer, Eduard Schwyzer 1874–1943, Zürich 1951; über Ernst Howald vgl. H. Haffter, Ernst Howald und die klassische Philologie in Zürich, Schweizer Monatshefte 1967, 683–693