Mittellateinische Philologie

Was ist 'Mittellatein?

Die Mittellateinische Philologie ist in erster Linie eine Textwissenschaft. Sie beschreibt und analysiert die vielfältige, innovative Sprache der mittelalterlichen Quellen, die für verschiedene Fächer wichtig sind, und ist bestrebt, die reiche lateinische Literatur des Mittelalters in ihrer Eigenart und Originalität zu verstehen. Sie lehrt, Texte in Handschriften zu entziffern und Handschriften an sich als Zeugen der Kultur ihrer Zeit zu interpretieren. Durch diese verschiedenen Facetten ihrer Tätigkeit vermittelt die Mittellateinische Philologie ein umfassendes Bild der mittelalterlichen Kultur.

Das Mittellateinische Seminar in Zürich wurde im Jahr 1963 gegründet, doch Studien zur Latinität des Mittelalters haben in Zürich schon eine längere Tradition. Bereits der erste Zürcher Professor für Klassische Philologie, Johann Caspar von Orelli, behandelte mittelalterliche Texte in seinen Veranstaltungen und in seinen Publikationen. Im Jahr 1908 wurde Jakob Werner der erste Privatdozent für Mittellateinische Philologie in Zürich – als einer der ersten Vertreter des Faches im deutschsprachigen Raum. Seine Sammlung von wissenschaftlichen Büchern bildete den Grundstock für die Bibliothek des Mittellateinischen Seminars (link). Die erste Professur für Lateinische Philologie des Mittelalters hatte ab 1963 Hans Haefele inne. Ihm folgten Peter Stotz und Carmen Cardelle de Hartmann. Seit 2014 ist das Mittellateinische Seminar Bestandteil des neuen Seminars für Griechische und Lateinische Philologie der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit.

Das Fach Mittellatein bietet einen guten Einstieg in die Mittelalterstudien. Es kann als großes oder kleines Nebenfach belegt werden, aber auch eine Teilnahme an einzelnen Lehrveranstaltungen ist möglich. Sinnvolle Kombinationen bildet es beispielsweise mit Klassischer Philologie, mit einer Neuphilologie (Germanistik, Anglistik, Romanistik...), mit Geschichte, Kunstgeschichte, Mittelalterarchäologie, Musikwissenschaft und Theologie.

Im Studium der Mittellateinischen Sprach- und Literaturwissenschaft wird den Studierenden eine Einführung in die lateinische Literatur des Mittelalters (Epochen, Gattungen, Autoren) sowie in die Methoden philologischer Arbeit vermittelt. Die Studierenden werden in der selbständigen Bearbeitung lateinischer Texte aus dem Mittelalter geschult (Übersetzung, Interpretation) und in deren philologische Bearbeitung eingeführt, zudem soll das Verständnis für die kulturellen und materiellen Bedingungen der Überlieferung und die geistesgeschichtlichen Hintergründe dieser Texte geweckt werden.

Das Studium bietet eine gute Zusatzqualifikation für eine berufliche Tätigkeit an Archiven oder Bibliotheken, Museen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

 

 

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