Über das Fach Kulturwissenschaft der Antike

Die „Kulturwissenschaft der Antike“ ist ein ganzheitliches Studium der Antike, es überschreitet die traditionellen Fächergrenzen der

  • Alten Geschichte
  • Archäologie
  • Gräzistik
  • Latinistik

Ziel des Studiums ist ein breites, interdisziplinäres Verständnis der Antike und die Fähigkeit, Grundlagen der eigenen Kultur wissenschaftlich zu erforschen. Die darin erworbenen wissenschaftlichen und kommunikativen Fähigkeiten qualifizieren für berufliche Tätigkeiten im gesamten Bildungssektor, Kulturmanagement, Tourismus, Verlagswesen, in den Medien, in der Wissenschaft, Politik, Diplomatie und Wirtschaft. 

Das Studium kann nach drei Jahren mit dem Bachelor (BA), nach weiteren zwei Jahren mit dem Master (MA) abgeschlossen werden.

Kernbereich

Thema ist die griechisch-römische Kultur und Zivilisation, von der mykenischen Zeit (ca. 1500–1200 v. Chr. ) über die erste Hochblüte der Archaik im 8.–6. Jh. v. Chr., die griechische Klassik in den Stadtstaaten des 5.–4. Jh., den Hellenismus, die Anfänge der lateinischen Literatur und die „römische Klassik“ im Zeitalter der römischen Republik (3.–1. Jh. v. Chr.) bis zum römischen Weltreich der Kaiserzeit und Spätantike (1.–6. Jh. n. Chr.). Dem breiten kulturhistorischen Ansatz gemäss schliesst das Studium neben Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, den Leistungen auf den Gebieten von Philosophie, Literatur, Wissenschaft, Technik und Zivilisation auch die Religion, Alltagskultur sowie die Meisterwerke der bildenden Kunst mit ein.

Der Kernbereich kann mit fast allen anderen Studiengängen an der Universität kombiniert werden.

Wahlbereich

Ein sinnvolles Ergänzungsangebot zum Kernbereich besteht in den ‚nichtklassischen‘ antiken Kulturen, z.B. Ägyptologie, und in transdisziplinären Grundlagen- und Teilgebieten, z.B. Indogermanistik oder antike Philosophie. Dieser Wahlbereich kann als „Kulturwissenschaft der Antike II“ nur in Kombination mit dem Kernbereich studiert werden. 

Interdisziplinäres Grundlagenstudium

Die bisher getrennt gelehrten Grundlagendisziplinen und Methoden sollen in ein gemeinsames, interdisziplinäres Grundlagenstudium eingehen. Die herkömmliche Aufteilung von Literatur, Kunst, Sprache oder Geschichte auf getrennte Fächer wird in dem neuen Studiengang aufgehoben.

Voraussetzungen, Sprachanforderungen

Gefragt sind das Interesse an historischen Dimensionen komplexer kultureller Phänomene, forschende Neugierde und der Wille, sich statt rascher Meinungsbildung auf das Ergründen und Erklären von Zusammenhängen einzulassen. Das Latinum muss von der Schule mitgebracht oder vor dem Beginn des eigentlichen Fachstudiums erworben werden. Beim Griechischen wird das Angebot des Spracherwerbs in das Bachelorstudium integriert.

Studium der Antike in Zürich

Die Universität Zürich ist seit langem ein Zentrum für das Studium der Antike mit internationaler Reputation in der Forschung. Die Tradition setzt dabei hohe Massstäbe. Auch heute wird in Zürich interdisziplinäre Spitzenforschung betrieben, die an vielen Stellen Neuland erschliesst. Studierende haben die Chance, mit führenden Spezialisten gleichsam in der Werkstatt ihrer Forschungsprojekte Kontakt aufzunehmen und forschen zu lernen. Feldforschungen im Ausland und die engen Verbindungen zu Institutionen in aller Welt eröffnen den Studierenden viele Möglichkeiten, ins Ausland zu kommen.

Lehrstühle

Antike Kulturen und deren Nachwirkung werden in Zürich heute an 12 verschiedenen Instituten und insgesamt 27 Lehrstühlen gelehrt. Klassische Antike im engeren Sinn lehren Professuren für Alte Geschichte, Klassische Philologie und Klassische Archäologie. Beteiligt am Studiengang sind aber auch zahlreiche weitere Lehrstühle, die sich mit antiken Kulturen beschäftigen.